Im Juni hat Leipzigs Verwaltung endlich den lange erwarteten Nahverkehrsplan fรผr die nรคchsten Jahren vorgelegt. Im September soll er vom Stadtrat beschlossen werden. Das heiรŸ diskutierte Thema eines 365-Euro-Jahrestickets kommt auch drin vor. Zumindest wird es erwรคhnt. Eher beilรคufig. Aber es ist doch beschlossen, dass es kommt, mahnt der ร–kolรถwe. Da muss es auch zwingend zentral im Nahverkehrsplan auftauchen.

โ€žDie erste Etappe auf dem Weg zu einem gรผnstigen Nahverkehr haben wir gemeinsam geschafft: Der Leipziger Oberbรผrgermeister hat den Auftrag, in den kommenden Monaten ein Konzept fรผr die Einfรผhrung des 365-Euro-Jahrestickets zu erstellen!โ€œ, meldete sich der ร–kolรถwe am Donnerstag, 11. Juli, zu Wort. Nicht ganz grundlos, denn seit Monaten wirbt der Umweltverbund fรผr eine Petition, das preiswerte Jahresticket in Leipzig einzufรผhren. 20.000 Unterschriften will der ร–kolรถwe bis zum Herbst sammeln. Und jetzt vermisst Tino Supplies, der verkehrspolitische Sprecher des ร–kolรถwen, eine zentrale Festlegung zum 365-Euro-Ticket im Nahverkehrsplan.

โ€žParallel hat Herr Jung den neuen Nahverkehrsplan zur Abstimmung in den Stadtrat gegeben. Der Plan wird regelmรครŸig fortgeschrieben und bildet die Grundlage fรผr den Leipziger Nahverkehr. Die aktuelle Fassung legt die wichtigsten Eckpunkte bis zum Jahr 2030 festโ€œ, stellt er fest. โ€žAber: Das 365-Euro-Jahresticket kommt darin gar nicht vor! Das 365-Euro-Jahresticket muss in den Nahverkehrsplan, bevor er im September beschlossen wird! Nur so erhรคlt es รผberhaupt eine Chance. Wir machen Druck, damit die Stadtratsfraktionen den Nahverkehrsplan entsprechend korrigieren.โ€œ

Der Beschluss des Nahverkehrsplans ist fรผr die Sitzung des Stadtrates am 4. September vorgesehen. Die Vorlage der Verwaltung befasst sich an zwei Stellen mit dem 365-Euro-Ticket (im Vorwort auf S. 2 und auf S. 70), ohne bei den Zielen oder Untersuchungsauftrรคgen relevant zu werden. Die Diskussion um ein 365-Euro-Ticket beschรคftigt Leipzig seit dem Februar 2019, als zunรคchst die SPD Leipzig diese Forderung in ihr Kommunalwahlprogramm aufnahm und kurz darauf der ร–kolรถwe seine Kampagne startete. In der Folge bekannten sich auch Die Linke und Bรผndnis 90/Die Grรผnen zu der Forderung.

Im Mai beschloss der Stadtrat mit den Stimmen von SPD, Die Linke und Bรผndnis 90/Die Grรผnen einen gemeinsamen Antrag der Fraktion Die Linke und der SPD Fraktion im Leipziger Stadtrat, der einen umfassenden und zielgerichteten Prรผfauftrag an die Verwaltung formuliert (VI-A-07130-NF-02).

Und die Forderung des ร–kolรถwen, das 365 Euro Ticket in den Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig aufzunehmen, findet Christopher Zenker, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat, richtig: โ€žMit dem Nahverkehrsplan stellen wir die Weichen dafรผr, das Nachhaltigkeitsszenario umzusetzen. Wir wollen den ร–PNV deutlich attraktiver machen. Durch engere Taktzeiten, Haltestellenverdichtungen, Erhรถhung von Pรผnktlichkeit und Zuverlรคssigkeit der Bahnen und Busse sowie mehr Sauberkeit im ร–PNV. Mit den Angebotsverbesserungen wollen wir die Fahrgastzahlen von 165 auf 220 Millionen Euro steigern und damit den Anteil des ร–PNV am Gesamtverkehr von 18 auf 23 Prozent erhรถhen. Fรผr diese ambitionierten Ziele ist es aus Sicht der SPD auch notwendig, die Fahrpreise deutlich zu senken. Unser Vorschlag: ein 365 Euro Jahresticket. Der aktuelle Entwurf des Nahverkehrsplans verarbeitet das 365-Euro-Ticket fรผr Leipzig noch nicht so, wie wir uns das wรผnschen. Er bleibt hinter dem Prรผfauftrag zurรผck, den der Stadtrat im Mai beschlossen hat. Wir wollen daher, dass die aktuelle Beschlusslage besser im Nahverkehrsplan verankert wird. Hierzu werden wir auch das Gesprรคch mit anderen Fraktionen suchen.โ€œ

Fรผr Henrik Fischer, Sprecher der Leipziger SPD fรผr Stadtentwicklung und Umwelt, gehรถren die Nachhaltigkeitsziele im Nahverkehrsplan und das 365-Euro-Ticket zwingend zusammen.

โ€žEin 365-Euro-Ticket ist fรผr uns ein wesentlicher Baustein der Verkehrswende hin zu einer nachhaltigen Mobilitรคtโ€œ, sagt er. โ€žDamit kรถnnen wir nicht mehr warten, sondern mรผssen bald Nรคgel mit Kรถpfen machen. Der kommende Nahverkehrsplan ist entscheidend dafรผr, ob uns das gelingt, denn er gibt den Rahmen fรผr eine Busnetzreform, neue StraรŸenbahnstrecken und -linien, die die notwendige Voraussetzung sind, um mehr Fahrgรคste zu befรถrdern. Deshalb muss das 365-Euro-Ticket eines der grundlegenden Ziele sein, das bei der Umsetzung des Nahverkehrsplan zu beachten ist.โ€œ

Die zweite Fortschreibung des Nahverkehrsplan geht jetzt endlich zur Diskussion in den Stadtrat

Die zweite Fortschreibung des Nahverkehrsplan geht jetzt endlich zur Diskussion in den Stadtrat

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โ€œโ€ฆnotwendig, die Fahrpreise deutlich zu senken. Unser Vorschlag: ein 365 Euro Jahresticketโ€ฆโ€
Und das soll dann ein Nachhaltigkeitsszenario sein? Mit einem Einzelticket, das in absehbarer Zeit 4.80 โ‚ฌ kostet? Die haben wirklich nichts begriffen.

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