Die Inzidenzwerte in Leipzig sind mittlerweile zwar wieder auf dem Niveau des vergangenen November, als sich die Stadtrรคt/-innen noch persรถnlich trafen, doch trotzdem soll es mit den Ratsversammlungen vorerst digital weitergehen. Apropos weitergehen: die heutige Sitzung ist die zweite Fortsetzung der Januar-Versammlung. Am heutigen Donnerstag, den 18. Februar, stehen also jene Punkte auf der Tagesordnung, die im Januar nicht mehr geschafft wurden. Die LZ wird im Liveticker und in weiteren Texten รผber wichtige Entscheidungen berichten. Ab circa 16 Uhr ist zudem ein Livestream verfรผgbar.
21:10 Uhr: Es ist vorbei
Mit einigen Minuten Verspรคtung ist die erste Ratsversammlung im Februar beendet. Ein bisschen was ist offen geblieben und wird nรคchste Woche am Donnerstag erneut auf der Tagesordnung landen. Das ist dann die dritte Sitzung in diesem Monat. Zwischendurch steht am kommenden Mittwoch noch eine zweite Sitzung auf dem Programm.Gegen Ende der heutigen Sitzung hat auch die Diskussion zum Themenjahr 2022 noch einmal etwas Zeit in Anspruch genommen. Es ging unter anderem um Kritik von Linken und Grรผnen, dass Frauen nicht ausreichend berรผcksichtigt seien. Auch jรผdisches Leben und Postkolonialismus sollen nun mehr Aufmerksamkeit beziehungsweise mehr Geld erhalten. Ein AfD-Antrag, Geld fรผr die freie Szene zugunsten von Museen zu streichen, wurde klar abgelehnt.
Ein ausfรผhrlicher Beitrag zu diesem Thema folgt spรคter auf der L-IZ.de. Im Liveticker ist jetzt erstmal Feierabend. Bis nรคchste Woche!
20:15 Uhr: Lange Debatte zum Bรผrgerhaushalt
In Anbetracht von einem halben dutzend รnderungsantrรคgen war es schon klar, dass die Debatte zum Bรผrgerhaushalt etwas dauern kรถnnte.Im Kern geht es bei diesem Vorhaben darum, dass Ortschafts- und Stadtbezirksrรคte eigene Budgets in einer Hรถhe von 50.000 Euro pro Jahr fรผr Projekte vor Ort erhalten.
Letztlich war es dann aber doch mehr als eine Stunde, die sich um diverse Fragen drehte, zum Beispiel, mit welchem Alter es erlaubt sein sollte, Projekte fรผr einen finanzielle Unterstรผtzung aus dem Stadtbezirksbudget vorzuschlagen.
In diesem Punkt konnten sich Linke und Grรผne mit einem รnderungsantrag durchsetzen, dass das bereits ab 14 der Fall sein soll. Einige รnderungsantrรคge wurden direkt von der Verwaltung รผbernommen, andere โ zum Beispiel von der AfD โ abgelehnt.
Die Verwaltung soll nun bis zum 30. Juni ein Konzept vorlegen und dabei unter anderem die Ortschaftsrรคte und Stadtbezirksbeirรคte mit einbeziehen. Vorbild soll ein Modell in Stuttgart sein. Ein ausfรผhrlicher Bericht zur Debatte folgt spรคter auf L-IZ.de.
18:50 Uhr: So sah es gerade kurz aus
Die MS-Teams-Sitzung hat heute mit technischen Problemen zu kรคmpfen. Gelegentlich sind auch keine Gesichter mehr zu erkennen, was die Umsetzung als sogenannte Videokonferenz etwas infrage stellt.
18:45 Uhr: Es geht weiter
Nun sind wir bei den Verwaltungsvorlagen angekommen. Zuvor hatte der Stadtrat fรผr eine Ampel am Sportforum in Hรถhe des Elsterflutbeckens gestimmt und sich gegen ein Konzept ausgesprochen, wie Wartezeiten bei Wertstoffhรถfen in Echtzeit im Internet zu sehen sind.
Die erste Verwaltungsvorlage (der Baubeschluss zur Apollonia-von-Wiedebach-Schule) ging ohne Gegenstimme durch.
18:05 Uhr: Entlastung fรผr den Wohnungsmarkt
Gleich mit zwei Antrรคgen zum groรen Thema โMieten, Wohnen und Leerstandโ konnte sich die Linksfraktion soeben durchsetzen.
Zunรคchst hatte sie beantragt, dass sich Oberbรผrgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Landesregierung fรผr die Einfรผhrung der Mietpreisbremse einsetzt. Sie beruft sich dabei auf den Koalitionsvertrag, in dem sich CDU, Grรผne und SPD darauf verstรคndigt hatten. 40 Stadtrรคt/-innen votierten positiv, 27 negativ.
Anschlieรend ging es unter dem Titel โSpekulativen Leerstand entgegentretenโ weiter. Hier hatte die Linksfraktion ein ganzes Forderungspaket: Unter anderem sollte die Stadt leerstehende Mietwohnungen erfassen, den Dialog mit IHK und Handwerkskammer suchen sowie Sanktionsmรถglichkeiten fรผr Leerstand prรผfen, der lรคnger als sechs Monate andauert.
Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass einige der Vorschlรคge rechtswidrig seien und andere bereits umgesetzt wรผrden. Deshalb lieร die Linksfraktion den Verwaltungsstandpunkt abstimmen, der nur einen Satz enthielt: โDer Oberbรผrgermeister wird beauftragt, die bisherigen Instrumente zum Abbau von Leerstand weiterzufรผhren und an die aktuellen Bedarfe anzupassen.โ
Dabei reichten 26 Ja-Stimmen fรผr eine Mehrheit, da es sehr viele Enthaltungen gab. Hier geht es zur ausfรผhrlichen Berichterstattung zur Debatte auf L-IZ.de.
Jetzt geht der Stadtrat in eine Pause. In 15 Minuten soll es weitergehen.
17:20 Uhr: Lastenrรคder vor โOutoโ
Christopher Zenker (SPD) kam regelrecht ins Schwรคrmen, als er zum Antrag sprach, in Leipzig ein Verleihsystem fรผr Lastenrรคder zu testen. Das von der Stadt Leipzig ausgeschriebene, kleine Anschaffungsprogramm fรผr gewerbliche Lastenrรคder sei mehrfach รผberzeichnet gewesen. Selbst auf Landesebene gibt es nun erste Fรถrderprogramme fรผr den โOutoโ-Ersatz. Gemรคร dem Motto โteilen ist das neue habenโ bat Zenker den Stadtrat um die Zustimmung zum Verwaltungsstandpunkt.
In diesem wird der โOberbรผrgermeister beauftragt, gemeinsam mit einem geeigneten Partner, in Leipzig ein Verleihsystem fรผr Lastenrรคder zu ermรถglichen. Dieses Lastenradleihsystem sollte zunรคchst in einer Pilotphase evaluiert werden, um den tatsรคchlichen Bedarf und das Handling testen zu kรถnnen.โ Die dabei von Zenker an-, aber nicht ausgesprochenen Leipziger Firmen wie โTeil Autoโ und โNextbikeโ stehen sicher mit ihren bereits vorhandenen Flรคchen und Know How gern als Partner fรผr diese Idee bereit.
Der Stadtrat auch: Er stimmte mit nur elf Gegenstimmen fรผr diesen Versuch, einen Lastenradverleih in Leipzig aufzubauen.
Die Debatte zu den Lastenrรคdern vom 18. Februar 2021 im Stadtrat
Video: Livestream der Stadt Leipzig
17:00 Uhr: Waffenverbotszone soll weg
Die Mehrheit des Stadtrates mรถchte die Waffenverbotszone rund um die Eisenbahnstraรe abschaffen. Einem entsprechenden Antrag der Freibeuter-Fraktion waren Grรผne, SPD und Linke gefolgt. Konkret soll sich die Stadt im laufenden Evaluierungsprozess beim sรคchsischen Innenministerium fรผr die Abschaffung einsetzen.
Sollten bis zum 15. Mรคrz keine Evaluierungsergebnisse vorliegen, soll Oberbรผrgermeister Burkhard Jung (SPD) unabhรคngig davon auf eine Abschaffung hinwirken. Das hatten die Grรผnen beantragt. Ein Antrag von Marcus Weiss (Die PARTEI), die Waffenverbotszone auf ganz Europa auszuweiten, hatte nur drei Pro-Stimmen.
Hier geht es zum ausfรผhrlichen Bericht zur Debatte auf L-IZ.de
16:20 Uhr: Los gehtโs
Die Ratsversammlung hat begonnen. Auf Antrag der CDU-Fraktion sollte die Satzung รผber ein Vorkaufsrecht fรผr den Bebauungsplan des sogenannten โBlack Triangleโ von der Tagesordnung verschwinden. Die Mehrheit der Ratsversammlung stimmte allerdings dagegen.
Vor dem Beginn
Allzu viele kontroverse Themen deuten sich bislang nicht an, doch bei einigen Tagesordnungspunkten kรถnnte es interessant werden: Das ist zum einen die Waffenverbotszone, deren Abschaffung die Freibeuter-Fraktion fordert, und zum anderen das Gesamtkonzept zur Einfรผhrung eines Bรผrgerhaushaltes, das die Verwaltung vorlegen mรถchte.
Auch beim Themenjahr 2022 gibt es einige รnderungsantrรคge. Wรคhrend die AfD rund 100.000 Euro fรผr die freie Szene streichen mรถchte, um diese Museen zukommen zu lassen, fordert die Linksfraktion mehr Aufmerksamkeit fรผr Post-Kolonialismus, Perspektiven von Frauen und jรผdisches Leben.
Ein weiterer Punkt, der auch die LZ-Leser nun bereits seit Ende September 2020 immer wieder interessiert, wird das erste Mal die Thematisierung von โspekulativem Leerstandโ bei Hรคusern in Leipzig. Eingebracht hat diesen Punkt die Linksfraktion, welche die Verwaltung damit regelrecht zu einer langen Beschreibung dessen herausforderte, was die Stadt Leipzig bereits alles an Maรnahmen in diesem Bereich eingeleitet hat.
Spannend kรถnnte der Punkt dieser bereits vorliegenden Verwaltungsantwort werden, wo von einem nicht existierenden รberblick รผber leerstehende Immobilien in Leipzig die Rede ist. Einen รberblick, den die Grรผnen bereits in Form einer Erfassung beantragt haben und dabei auf bis zu 400 Hรคuser hoffen, welche in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Eigentรผmern wieder instand gesetzt werden kรถnnten.
Gefunden haben die LZ und ihre Leser davon bereits รผber 100 und noch geht die Suche weiter. Schwierig wird die eventuelle Instandsetzung allemal โ die meisten der Hรคuser, welche seit letztem Jahr Stรผck um Stรผck durch die LZ und ihre Leser gesucht und in eine Karte eingetragen werden, sind in einem teils sehr kritischen Zustand.
Zudem soll es heute um die Einrichtung eines stรคdtisch angeschobenen Lastenradverleihs gehen. Der kleine Versuch, Unterstรผtzungszahlungen der Stadt fรผr den gewerblichen Erwerb eines Lastenrades anzubieten, war schnell รผberlaufen gewesen. Daran konnte man den hohen Bedarf an diesem Transportmittel erkennen. Heute soll nun entschieden werden, ob man in Leipzig mit einer Verleihvariante weiterkommt.
Zur Tagesordnung vom 18. Februar 2021
Der Livestream-Mitschnitt vom 18. Februar 2021
Video: Livestream der Stadt Leipzig
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Es gibt 3 Kommentare
Da wird tatsรคchlich eine private Infrastruktur genutzt, um รถffentlich zu debattieren. Das ist so, als wรผrde der Stadtrat in der Kneipe um die Ecke tagen.
Danke dennoch fรผr den Tipp ๐ War uns tatsรคchlich durchgerutscht โฆ
Ich versuche der Debatte zu folgen, es ist schwierig mit dem live-video :-).
Gerade tritt man in eine Pause ein, zuvor hat eine Frau Bรถhm wohl 2x abgestimmt.
Die Pause will ich nutzen, um โ man verzeihe mir bitte โ auf einen anderen Live-Stream hinzuweisen, der fรผr den/die einen/eine vielleicht interessant sein kรถnnte.
Heute Abend zu bester Prime-Time landet (hoffentlich) der NASA-Rover โPerseveranceโ auf unserem รคuรeren Nachbarplaneten, dem Mars und setzt damit die Geschichte der bisherigen Fahrzeuge Opportunity (2004) und Curiosity(2012) fort. Die Liveรผbertragung kann ab 20:15 hier:
https://www.youtube.com/watch?v=gm0b_ijaYMQ
verfolgt werden, die eigentliche Landung wird gg. 22.00 erfolgen.
Ich hรคtte das gern woanders untergebracht, aber unter BILDUNG/FORSCHUNG fand ich nichts, wo es gepasst hรคtte. Also nochmals sorry fรผr den Abusus des Stadtrates!
jetzt aber back to the old burgermeister named Youngโฆ