Machen Hunde im Bรผro zufriedener? Ja, hรถrt man aus anderen Stรคdten. โ,Bรผrohundeโ kรถnnen zu einem besseren Betriebsklima sowie Zusammengehรถrigkeitsgefรผhl fรผhren und senken die Ausfรคlle durch Krankheit aufgrund der stressreduzierenden Wirkungโ, schrieben die Freibeuter in ihren Stadtratsantrag, auch in Leipzigs Verwaltung Bรผrohunde zuzulassen. Der Antrag kam zur Stadtratssitzung am Mittwoch, 26. Juni, zur Abstimmung.
Und Piraten-Stadtrรคtin Ute Elisabeth Gabelmann nutzte die Gelegenheit, noch einmal ausfรผhrlich fรผr die Prรผfung einer Zulassung von Hunden in der Verwaltung zu stimmen.
Die Argumente aus ihrem Antrag waren kurz und knapp: โDie Prรผfung beinhaltet die Abwรคgung von Vorteilen, Nachteilen sowie Aufwand, die mit der Gestattung von Hunden am Arbeitsplatz verbunden sind. Ein erfolgreich abgeschlossener Wesenstest oder Hundefรผhrerschein sowie Umstรคnde, die im konkreten Fall gegen ein Mitbringen des Hundes sprechen (Tierhaarallergie von Kollegen etc.), aber auch diverse Arbeitsplatzverhรคltnisse (Bรผro, Auรendienst etc.) kรถnnen dabei berรผcksichtigt werden. Als einer der grรถรten Arbeitgeber in Leipzig kann die Stadtverwaltung hier innovativ mit gutem Beispiel vorangehen und so auch andere Arbeitgeber dazu veranlassen, ihren Mitarbeitern das Mitbringen von Hunden zu gestatten. Positiv hervorzuheben ist der ,Schulhund Lotteโ an der Bebel-Grundschule.โ
Auch vom Grรผnen-Vorsitzenden Norman Volger bekam der Antrag Unterstรผtzung. Volger erinnerte daran, wie schwer es der Verwaltung mittlerweile fiele, wichtige Stellen รผberhaupt noch mit Fachpersonal besetzen zu kรถnnen. Eigentlich wรคre es Zeit umzudenken. Nicht mehr so zu denken, wie es in der ablehnenden Haltung der Verwaltung zu lesen war.
Das Verwaltungsdezernat hatte auf die Chefrolle des OBM in der Verwaltung verwiesen: โDie Beschlussinhalte des Antrages liegen in der Organisationsgewalt des Oberbรผrgermeisters und fallen nicht in den Aufgabenbereich des Stadtrates. Unter Anwendung des Hausrechtes des Arbeitgebers dรผrfen Beschรคftigte der Stadtverwaltung Leipzig keine Tiere mit an den Arbeitsplatz bringen. Diese Entscheidung erfolgte bereits unter sorgsamer Abwรคgung der Vor- und Nachteile sowie des Aufwand-Nutzen-Verhรคltnisses. Eine entsprechende Regelung ist in der Rahmenhausordnung enthalten. Ausnahmen werden lediglich fรผr Beschรคftigte eingerรคumt, die von Amtswegen mit Tieren umgehen mรผssen (Veterinรคr- und Lebensmittelaufsichtsamt) oder die zur Bewรคltigung ihres (Arbeits-)Alltages auf ein Tier angewiesen sind, wie dies beispielsweise bei Blindenhunden fรผr sehbehinderte Beschรคftigte der Fall sein kann.โ
Und dann wurde man tatsรคchlich sehr ausfรผhrlich, um die Unmรถglichkeit von Hunden in den Amtsstuben zu begrรผnden: โDer Arbeitgeber muss Hunde am Arbeitsplatz nicht dulden. Arbeitnehmer mรผssen daher grundsรคtzlich um Erlaubnis fragen, wenn diese ihr Haustier mit an den Arbeitsplatz bringen wollen. Bei der Mitnahme von Hunden sind neben organisatorischen Belangen eine Reihe an versicherungs- und personalrechtlichen Fragestellungen zu klรคren.โ
Die Ablehnung wirkt tatsรคchlich wie ein Versuch, lauter Unmรถglichkeiten aufzubauen und eben nicht darรผber nachdenken zu wollen, ob man in einzelnen Bereichen eben doch das Mitbringen von Hunden zulassen kรถnnte: โWeiterhin stellt sich die Frage, inwiefern die Thematik weiterfรผhrende Wรผnsche unter den Bediensteten wecken wรผrde, grundsรคtzlich auch andere Haustiere an den Arbeitsplatz mitbringen zu dรผrfen. Eine Heraushebung und Besserstellung des Haustieres Hund kรถnnte diesbezรผglich ebenfalls zu Unmut unter den Beschรคftigten fรผhren. Das Thema birgt grundsรคtzlich ein nicht kalkulierbares Risiko an Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Diesbezรผglich sind gegensรคtzliche Haltungen zu erwarten. Es besteht die Gefahr, dass das Thema die Belegschaft spalten wird. In Abwรคgung des Aufwand-Nutzen-Verhรคltnisses sowie der Vor- und Nachteile sieht die Verwaltung davon ab, das Mitbringen von Hunden an den Arbeitsplatz zu erlauben.โ
Im Ergebnis bekam der Antrag dann zwar 17 Ja-Stimmen, wurde aber mit 33 Gegenstimmen mehrheitlich abgelehnt.
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