Am Mittwoch, 24. Oktober, steht als Punkt 18.1 auch der Forstwirtschaftsplan der Stadt Leipzig auf der Tagesordnung des Stadtrates. Am Wochenende machte ja dazu schon ein Offener Brief der beteiligten Wissenschaftler von sich reden. Erstmals gibt es ja in Leipzig รผberhaupt eine รถffentliche Diskussion zum Umgang mit dem Auenwald. Die Positionen sind verschieden. Am 19. Oktober hat der NABU die Gelegenheit genutzt, die Stadtrรคte mit seiner Sicht auf den Wald vertraut zu machen.

Dem Naturschutzbund NABU war es ein Anliegen, Stadtrรคten und Fachpolitikern einen Einblick in รถkologische Zusammenhรคnge, naturwissenschaftliche Forschung und naturschutzfachliche Ziele im Leipziger Auenรถkosystem zu geben. Der NABU hatte deshalb am Freitag, 19. Oktober, die Leipziger Stadtrรคte zu einer Exkursion durch die Burgaue eingeladen.

Wissenschaftler und Naturschรผtzer haben die Teilnehmer auf dem Rundgang durch den Auwald gefรผhrt und vor Ort Fragen beantwortet: Prof. Dr. Christian Wirth (Deutsches Zentrum fรผr integrative Biodiversitรคtsforschung iDiv und Universitรคt Leipzig), Rolf Engelmann (Verein zur Fรถrderung der Umweltbildung und Umweltforschung ENEDAS), Dr. Peter Otto (Universitรคt Leipzig), Theresa Warnk (Bund fรผr Umwelt und Naturschutz BUND), Renรฉ Sievert (NABU Leipzig), Dr. Maria Vlaic (NABU Leipzig).

Die Exkursion am Nahleauslasswerk. Foto: NABU Leipzig
Die Exkursion am Nahleauslasswerk. Foto: NABU Leipzig

Nach der BegrรผรŸung erlรคuterte Renรฉ Sievert, dass fรผr einen intakten Auwald Hochwasserereignisse notwendig sind, diese wieder zuzulassen sei ein wichtiges Ziel des Naturschutzes. Daneben sei eine naturvertrรคgliche Forstwirtschaft notwendig, um die Biodiversitรคt des Leipziger Auenรถkosystems zu erhalten.

Die Wissenschaftler gaben zu bedenken, dass ein โ€žNichtstunโ€œ dazu fรผhren wรผrde, dass der gegenwรคrtige artenreiche Hartholzauwald sich zu einem Bestand von Ahorn entwickeln wรผrde, der kรผnftige Hochwasserereignisse nicht รผberstehen kรถnnte.

Das Projekt โ€žLebendige Luppeโ€œ nutzten die beteiligten Wissenschaftler, um in mehreren Einzeluntersuchungen den Auwald grรผndlicher zu untersuchen, als es ohne dieses Projekt je mรถglich gewesen wรคre.

Prof. Dr. Christian Wirth berichtete von langjรคhrigen Forschungen im Leipziger Auwald, beispielsweise am Auwaldkran, wobei unter anderem festgestellt wurde, dass die Eiche die Auwaldbaumart ist, die die meisten Tier- und Pilzarten beherbergt, sich aber aufgrund der fehlenden Hochwasser durch Naturverjรผngung nicht vermehren kann.

Rolf Engelmann informierte die Teilnehmer รผber aktuelle Erkenntnisse zum sogenannten โ€žEschentriebsterbenโ€œ, das dazu fรผhrt, dass nicht wenige Eschen im Leipziger Auwald absterben, weshalb viele von ihnen gefรคllt werden, was ursprรผnglich erst im Verlauf mehrerer Jahre geplant war. Des Weiteren informierte Rolf Engelmann รผber die Fรถrderung der รถkologisch besonders wertvollen Stiel-Eiche, die unter den derzeitigen Bedingungen nur durch forstwirtschaftliche MaรŸnahmen vermehrt werden kann.

รœber den Auwald als Lebensraum bedrohter Arten sprach Dr. Maria Vlaic und erlรคuterte ArtenschutzmaรŸnahmen des NABU, wie die Revitalisierung von Still- und FlieรŸgewรคssern in der Aue. รœber einen besonders seltenen Bewohner des Leipziger Auwalds informierte Theresa Warnk, รผber die Wildkatze. Dass sie im Auwald heimisch sei, beweise dessen herausragende Bedeutung als Lebensraum. Er ist der einzige bekannte Fundort der Wildkatze in Sachsen, wo die Tiere leider von anderen Vorkommen isoliert sind. Einen Waldverbund herzustellen, sei deshalb ein Ziel des Rettungsnetzes Wildkatze des BUND.

Dr. Peter Otto erlรคuterte die Bedeutung von Totholz und kam zudem auf die oftmals รผbersehenen Auwaldbewohner zu sprechen, auf Flechten und Pilze. Sie spielen als Zersetzer im Stoffkreislauf des Auwalds eine wichtige Rolle und sind eng mit einzelnen Baumarten verbunden.

AbschlieรŸend erlรคuterte Renรฉ Sievert die Zusammenarbeit der Naturschutzverbรคnde mit dem Stadtforst und verdeutlichte, dass die ehrenamtlichen Mรถglichkeiten der Vereine nicht ausreichen, um den Artenschutz bei Forstarbeiten sicherzustellen. Die Naturschutzbehรถrde oder die Abteilung Stadtforst benรถtigen Personal, das dafรผr zustรคndig ist, beispielsweise fรผr die Erfassung von Hรถhlenbรคumen oder gesetzlich geschรผtzter Arten.

Zudem gebe es weiteren Forschungsbedarf. Fรผr solche Forschungsarbeiten und fรผr mehr Naturschutzpersonal baten die Wissenschaftler und Naturschรผtzer die anwesenden Politiker um das nรถtige Geld und forderten, den Auenschutz stรคrker in die Entscheidungen der Stadtrรคte einflieรŸen zu lassen.

โ€žBei der Exkursion ging es um die Darstellung von Fakten, die in der aktuellen Debatte von anderen vielfach ignoriert oder verfรคlscht werden, fรผr ihre Entscheidungen sollten den Stadtrรคten fundierte Hintergrundinformationen gegeben werden; der Forstwirtschaftsplan im Einzelnen war hingegen nicht Gegenstand der Exkursionโ€œ, so der NABU.

Aber thematisiert wurden der Forstwirtschaftsplan und die Kritik des NuKLA daran dann am selben Tag durch den Offenen Brief an den OBM. โ€žIch persรถnlich finde es prinzipiell gut, wenn in der ร–ffentlichkeit รผber Wald gesprochen wirdโ€œ, betont Christian Wirth. Und auch die gegenteiligen Positionen gehรถren in diese Diskussion. Und auch Emotionen.

Wir packen den Offenen Brief hier einfach mit drunter, damit sich jeder selbst ein Bild von der Diskussion machen kann.

Der Offene Brief an den OBM.

NuKLA-Antwort โ€žzerpflรผcktโ€œ die LVZ-Meldung zum โ€žOffenen Briefโ€œ, der die NuKLA-Thesen โ€žzerpflรผcktโ€œ

NuKLA-Antwort โ€žzerpflรผcktโ€œ die LVZ-Meldung zum โ€žOffenen Briefโ€œ, der die NuKLA-Thesen โ€žzerpflรผcktโ€œ

 

So kรถnnen Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstรผtzen:

Ralf Julke รผber einen freien Fรถrderbetrag senden.
oder

Es gibt 9 Kommentare

Dem Artikel nach (und weiteren) hat der NaBu-Kreisverband dem Forstwirtschaftsplan also vollumfรคnglich zugestimmt (sei explizit [liest man aber nicht direkt] oder sei es implizit, sprich man hat sich vereinnahmen lassen, ein Dementi gibt es zumindest nicht)
Seltsam, hat man sich aus zeitlichen Grรผnden doch gar nicht richtig mit ihm beschรคftigen kรถnnen. Zeit, um eine solche Exkursion fรผr die Stadtrรคte zu organisieren und durchzufรผhren, hat man aber schon. Zeit, um sich mit vielen anderen unverfรคnglicheren Themen zu beschรคftigen (man hat immerhin einen gewissen Personalbestand, den man so oder so einsetzen kann), hat man als NaBu auch.
Als Naturschutzverein hat man sich als Anwalt der Natur einzusetzen. Das ist die originรคre und gesellschaftlich sehr wichtige Aufgabe!
Viele NaBu-Gruppen in Deutschland kรคmpfen mit Energie und Sachverstand fรผr die Natur.
Aber der Forstwirtschaftsplan fรผr ein groรŸes internationales Schutzgebiet, wo es um die Zukunft unserers Auwaldes geht und um viele Festmeter Holz zur Vermarktungโ€ฆ, dem absoluten Herzstรผck der Leipziger Natur, scheint nicht wichtig genug zu sein fรผr den Kreisverband Leipzig (??)โ€ฆ Das steht einer Naturschutzgruppe wahrlich nicht gut zu Gesichte!
Sehr sehr schade, so ein Degagement hat unser Auwald wirklich nicht verdient. Lobby fรผr die ForstWIRTschaft gibt es hier schon genugโ€ฆ
Da kann man nur empfehlen, dem NaBu Leipzig derzeit keine einzige mรผde Mark zu spenden.

Hallo Karl, erst einmal Verzeihung, dass ich erst jetzt auf Deinen Kommentar eingehe, aber ich hatte vieles zu tun und ich brauche auch immer etwas mehr Zeit zum nachdenken. In der Zeit wurde ja vieles weiter diskutiert, welches ich aber ausblenden mรถchte, um fokussiert auf Deine doch sehr wichtigen und interessanten Fragen einzugehen.

รœbrigens zu 1): wรผrde ich persรถnlich dem Projekt โ€œLebendige Luppeโ€ sogar weitaus mehr Geld wรผnschen, wenn sie dann diese neue Lebendige Luppe auch schรถn groรŸ machen. Ich wรคre auch sehr dafรผr, dass Frau Dr. Vlaig dann auch noch die Schwarze Lache und die Berglache in der Burgaue gleich weiter zu neuem Leben erweckt. Es wรผrden dabei wunderbare neue Habitate und Laichgewรคsser entstehen und die gesamte Burgaue als Schutzgebiet absolut aufwerten.

Auch an der Kleinen Luppe hรคtte Frau Dr. Vlaig noch ein weites Betรคtigungsfeld fรผr einige Jahre.

Die Frage ist fรผr mich nicht, dass Wissenschaftler kรคuflich sind. Das mรผssen sie nicht mal sein. Alles ist in meinen Augen bedingt in den gewachsenen Strukturen der Systeme, in denen Mensch einfach unweigerlich steckt. Letztlich entscheidet doch die Politik, wo welche Gelder bewilligt werden, was wichtig ist und was nicht. Wenn Mensch sich dann auf diese Gegebenheiten einstellt und versucht, im Rahmen dieser aktuellen Gegebenheiten dennoch etwas zu bewegen, ist das nicht mal gekauft. Es ist irgendwo auch Realismus, aber wichtig bleibt es, trotz menschlich geschaffener politischer Umstรคnde dennoch Mehr zu fordern fรผr Natur- und Umweltschutz.

Denn wenn wir nichts fordern und in den kleinen Rahmen bleiben, welche uns von der Politik eingerรคumt werden, werden wir die groรŸen Probleme (Insektensterben, Artensterben, Vernichtung von Lebensressourcen wie Wasser, Luft und Erde) auch weiterhin nicht wirksam angehen kรถnnen.

Andere mรถgen dies natรผrlich anders sehen. Nun ja, dann sehen sie es eben anders.

Ich denke ja, ohne Geld wรผrde es das Projektbรผro โ€œLebendige Luppeโ€ nicht mal geben. Den Leute darin nun vorzuwerfen, sie wรผrden sich verkaufen, ist streng genommen sogar recht witzlos. Sie sind dort angestellt und nun arbeiten sie da. Der Rahmen, wie sie und was sie dort arbeiten (kรถnnen) wird ihnen schlicht vorgegeben. Und sie kรถnnen sich innerhalb dieser finanziellen, rรคumlichen und politischen Limitierungen auch nur begrenzt bewegen. Das ist vรถllig banal und jeder, der einmal in einem Anstellungsverhรคltnis war, kann dies auch nachvollziehen.

Theoretisch kรถnnte man nun sagen, jeder, auch ein Wissenschaftler, kann sich seinen Arbeitgeber aussuchen. Nur, wo gibt es denn solche Projektbedingungen, wie es sich der eine oder andere vielleicht eher wรผnschen wรผrde? So einfach ist dies nicht. Das Leben ist leider kein Wunschkonzert und der Politik ist Naturschutz doch allzuoft eher im Wege, der soll zwar irgendwo stattfinden, aber bitte nur irgendwo, wo er niemandem im Wege ist. Dies ist eine fatale Denkweise, welche aber doch weltweit verbreitet ist.

Naturschutz darf Unternehmen nicht in ihrem Gewinnstreben stรถren, Naturschutz darf dem immer weiter ausufernden Verkehr nicht im Wege sein, Naturschutz darf die Anwohner nicht stรถren, Naturschutz soll auch dem Freizeitsportler nicht im Wege sein und dem vergnรผgungssรผchtigen Publikum erst recht nicht!

Logisch, dass dann Gelder fรผr Naturschutz auch nur so bewilligt werden, dass Naturschutz nur so stattfindet, wo er niemanden beeintrรคchtigt. Am besten nirgendwo oder irgendwo in einer abgelegenen Ecke. Zentrale Gebiete, wo viele Interessen aufeinander prallen, werden ausgespart und umschifft.

Leider aber braucht Natur grรถรŸere Freirรคume. Die Flรผsse brauchen mehr Platz, die Insekten brauchen mehr ungenutzte Flรคchen, die Tiere mehr Wanderkorridoreโ€ฆ die Liste lieรŸe sich beliebig fortsetzen. Doch dafรผr mรผsste Mensch sich einschrรคnken an mancher Stelle, oder auch besser gesagt, umdenken und Naturschutz anders als Einschrรคnkung konnotieren, vielmehr sollte man diesen als relevanten Raum, in dem Ressourcen bewahrt werden und natรผrliche Prozesse (auch fรผr den Menschen!) ablaufen, begreifen. Doch davon sind wir (auch global gesehen) Lichtjahre entfernt.

Ja nun, und dann gibt es endlich mal kleine Projekte, die begrenzt sind und auch begrenzt gemacht werdenโ€ฆ ich denke, es ist durchaus konstruktiver, kleine Projekte nicht pauschal zu diffamieren, sondern รผber die Art und den Rahmen derer zu diskutieren.

Wie oben gesagt: es gรคbe viel zu tun fรผr dieses Projekt, und es wรคre zu wรผnschen, wenn es einen grรถรŸeren Rahmen bekรคme anstatt nur auf kleinem Raum wirken zu dรผrfen. Denn ich fรผrchte, das Projekt wird umso wirksamer sein fรผr die Natur, je mehr Raum und Stellenwert man dem Projekt einrรคumt.

Doch nun zu Deinem Absatz 2). Da will ich ja eigentlich was zu sagen.

Nun, die Artenvielfalt einer Aue kommt nicht allein durch Stieleichen zustande, sondern durch die vielfรคltigen Lebensrรคume, welche durch natรผrliche und vitale Flussdynamik geschaffen werden. Diese Artenvielfalt hat in einer normalen Aue ja auch ihren Schwerpunkt bei Lebewesen, die in vielfรคltiger Art und Weise mit dem Wasser verbunden sind. Oder salopp gesagt: Moorfrosch, Rotbauchunke und Schlammpeitzger kรถnnen unter Stieleichen ohne Wasser auch nicht รผberleben.

Bedeutet doch also auch: erstmal ist diese natรผrliche und vitale Flussdynamik das vordergrรผndigste in einer Aue, oder?

Dennoch sind Stieleichen natรผrlich wichtige Bรคume in einer Aue. รœbrigens steht in einer interessanten Publikation aus den 50er Jahren, dass es auch schon um 1900 Probleme mit der natรผrlichen Eichenverjรผngung gab. Ab diesem Zeitpunkt begann sich รผbrigens auch die Aue hier zu verรคndern. Sie wurde nach und nach trocken gelegt, die Flussdynamik wurde immer mehr beschnitten. Aber auch zog sich in dieser Zeit die Viehhaltung und Weidewirtschaft immer mehr aus der Aue zurรผck: Leipzig wurde eine moderne GroรŸstadt. Und ja, natรผrlich gab es damals auch schon mehr Eutrophierung!

รœbrigens stehen in der Burgaue an einem verstecktem Ort ein paar Stieleichen, die um 1907 noch auf Inseln standen zwischen Schwarzer Lache und Berglache. Die stรคrkste hat einen Durchmesser von 3,40 m. Ich bin mir nicht sicher, aber es ist gut mรถglich, dass solche versteckten Exemplare auf ehemaligen Inseln tatsรคchlich von selbst dort gewachsen sein kรถnnten. Dies aber nur als kleiner Einwurf.

Nun zu Deinem Einwand, es hรคtte doch 2013 ein Hochwasser gegeben und es hรคtte doch keine nennenswerte Eichenverjรผngung gegeben.

Naja, so einfach ist es leider nicht. Genausowenig wie ein wenig Auflichtung an mancher Stelle ausreicht fรผr die Eiche, genausowenig reicht eine einmalige รœberflutung aus.

Ich geh mal die Dinge durch, die mir dazu einfallen und die bedacht werden kรถnnten:

a) Das Hochwasser 2013 war alles mรถgliche, aber leider kein natรผrliches Hochwasser. Das Wasser wurde angestaut und dann auf einmal in die Aue gelassen, korrekt? Solche Flutungen sind leider sehr naturfern. Ein natรผrliches Hochwasser kommt direkt vom Fluss und steigt langsam, geht langsam รผber Land und verschwindet auch langsam. Vor allem arbeitet der Fluss dabei direkt in der Aue, bspw. durch Sedimentverlagerungen, der Bildung neuer FlieรŸe und Senken. Eine solche Dynamik war 2013 nicht mal im Ansatz mรถglich (leider!).

b) Um das Auen-Edaphon neu zu beleben, welches mรถglicherweise auch sehr groรŸen Einfluss hat auf die Vegetation รผber der Erde, braucht es wahrscheinlich auch mehrere Hochwasser (kleinere, grรถรŸere, wie es kommt). Leider gibt es hierzu kaum Forschungen (ist ja auch weltweit ein kaum erforschtes Gebiet).

c) Eichen verjรผngen sich nur unter ganz bestimmten klimatischen Gegebenheiten, worรผber ich schon vieles von Forschern gelesen habe und auch vieles noch nicht erforscht sein soll. Nun ja, schau, also selbst wenn es ein Jahr mal eine kรผnstliche รœberflutung gab, dann hรคtte dieses zufรคllig auch noch mit den klimatischen Bedingungen zusammen treffen mรผssen, damit die Eichen keimen und auch groรŸ werden.

d) Das Keimen ist hier ja nicht allein das Problem, man findet immer mal kleine Eichen im Auwald, nur das GroรŸwerden ist schwer. Also brรคuchte es, auch so gesehen, mehrere Jahre in Folge mit natรผrlichen Hochwassern, die die Jungeichen gegenรผber den anderen Arten รผberleben lassen, oder?

e) Pflanzengesellschaften brauchen zudem generell doch etwas Zeit, um sich auf neue Umweltbedingungen einstellen zu kรถnnen. Auch hier ist ein einmaliges Ereignis zu wenigโ€ฆ

f) Polder in einer Aue sind nichts Natรผrliches. Polder kรถnnen in einer Aue sogar รคuรŸerst unkonstruktiv sein. Deswegen wรผrde ich Vorgรคnge auf Polderflรคchen nicht so ohne weiteres auf natรผrliche Auen ableiten. dafรผr sind beide Typen zu unterschiedlich.

Mir ist es รผbrigens durchaus bewuรŸt, dass auch eine natรผrliche Flussdynamik u.U. kein Allheilmittel fรผr die Stieleiche ist. Diese Art leidet nach vielen Berichten besonders unter dem Klimawandel. Hier stellt sich die Frage: wie damit umgehen? Durchaus wahrscheinlich, dass eine groรŸflรคchige Auendynamik so groรŸe positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt hรคtte, dass die Eiche zwar dennoch wichtig, aber nicht ausschlaggebend wรคre. Wahrscheinlich auch, das durch mehrjรคhrige gesunde Auendynamik sich die Gesellschaften nach und nach zum positivem fรผr die Eiche umstellen. Dennoch ist es deswegen in meinen Augen nicht falsch, Stieleichen im Auwald zu fรถrdern, mir stellen sich dabei aber die Fragen:

โ€“ In welchem AusmaรŸ?
โ€“ In welchen Gebieten?
โ€“ Mit welchen Mitteln?
โ€“ In welchem Zeitraum?

Sprich, mรผssen es 40% sein? Passen die Standorte, wo Aufforstungen geplant sind, รผberhaupt (bitte bedenke die trockenen FlieรŸe und Senken!)? Kรถnnte man nicht auf schwere Maschinen verzichten (und wenn nein, wo kann man auf sie verzichten)? Gรคbe es noch andere Mittel zur Eichenverjรผngung, welche man noch nicht (ausreichend) geprรผft hat als die Mittelwaldwirtschaft? Wรคre es nicht schonender, sich mehr Zeit fรผr einen so massiven Umbau, wie er geplant ist, zu nehmen?

In weiter nรถrdlich gelegenen Flussniederungen gibt es รผbrigens absolut vitale und massive Eichenverjรผngung, ich habe dort drei Meter hohe Stieleichen aus Brombeergestrรผpp und aus Feldhecken wachsen sehen. Teilweise gibt es richtige Hecken aus Eichen aller Altersklassen. Ich versuche Dir ein Foto hier mit hochzuladen.

Dort oben ist es aber auch nicht so trocken wie hier (gewesen).

Ansonsten noch ein weiterer Ansatz: ich kenne Stieleichen in Auen vor allem da, wo es vor allem groรŸe Weidetiere gibt. Auch weiter nรถrdlich wachsen die Eichen besonders da stark von selbst, wo es bspw. Kรผhe gibt. Hier wรคre es doch interessant, mal Untersuchungen dazu anzustellen. Einst gab es hier ja in Leipzig groรŸe Flรคchen, die beweidet wurden (darum hieรŸ der Kuhturm ja auch Kuhturm).

Passenderweise wurde dieser Kuhturm um die Jahrhundertwende abgerissen, wenn ich mich nicht irreโ€ฆ kurze Zeit spรคter, so heiรŸt es in der alten Publikation, gab es Probleme mit der Eichenverjรผngung.

Du kennst ja meine Meinung. Kleinteilige Auflichtungen im Auwald kann die dortige Lebensgemeinschaft sicher vertragen. Und umsichtige Eichenanpflanzungen an passender Stelle sollten zum Schaden nicht sein. Doch ich wรผnschte mir mehr Sensibilitรคt bei der Durchfรผhrung, dass man sich mehr Zeit nimmt, und auch anderes mehr ausprobiert, bevor man mit massiven modernen und schweren technischen Mitteln in kurzer Zeit in eine Lebensgemeinschaft radikal eingreift, ohne dieser das zu geben, was diese wirklich in einer Aue braucht.

Und dieses ist nun mal die natรผrliche Flussdynamik. Diese hat in einem Auwald eigentlich die Prioritรคt Nummer 1. Sonst wรคrโ€™s ja kein Auwald geworden.

Hoppla, da hat einer Ahnung von was. Da kann man NuKLA nur empfehlen, den 11en, die meinen, mit ihren tollen Kleidern vor die Menge stolzieren zu mรผssen, diesen Zuruf aus dem Volke, dass sie sich womรถglich ziemlich nackig gemacht haben, zur Verfรผgung zu stellen. Es wรคre eine freundliche Geste: Vielleicht bedeckt ja der/die eine von ihnen ihre/seine BlรถรŸe, bevor es gar zu peinlich wird.

Lieber Karl, lange habe ich nichts mehr von dir gehรถrt, Du weiรŸt, ich kommentiere seltenst.
Nachfolgendes bekam NuKLA, ist halt eben NuKLA, รผber Nacht per Mail, scheinbar ein anderer Wissenschaftler, es gibt ja auรŸer den 11 und sogenannten Fremden, welche angeblich keine Ahnung haben, auch in Leipzig noch etliche freie Wissenschaftler:

Warum 11 Leipziger Wissenschaftlicher sich mit Kritik am Forstwirtschaftsplan lieber zurรผckhalten

GroรŸ angekรผndigt der offene Brief von 11 Leipziger Wissenschaftlern als Entgegnung zu dem offenen Brief des Naturschutzvereins NuKla bzw. der Grรผnen Liga und Professor Bernd Gerken, in dem inhaltliche Kritik an dem aktuellen Forstwirtschaftsplan geรผbt wurde und den Stadtrรคten geraten wurde, diesen Plan abzulehnen.
Zerpflรผcken wolle man die NuKla-Argumente, so wurde vermeldet, und so hat es die LVZ dann auch in ihrem letzten dรผnnen Artikel รผbernommen.

Warum eigentlich diese groรŸe Aufregung? Kritik durch einen anerkannten Naturschutzverein an einem Plan, der mit groรŸflรคchigen Eingriffen in ein europรคisches Schutzgebiet, den Leipziger Auwald, verbunden ist, eigentlich doch eine ganz normale Sache und vorbildlich satzungsgemรครŸ, ist doch genau dies die Aufgabe eines gewissenhaft arbeitenden Naturschutzvereins.

Bei dem offenen Brief der 11 Wissenschaftler an die Stadtrรคte fragt man sich dann allerdings, aus welcher Motivation heraus eine Stellungnahme zur anstehenden Abstimmung รผber den Forstwirtschaftsplan (FWP) im Stadtrat verfasst wurde, sollte man als Forschungseinrichtung doch eigentlich eher der Neutralitรคt verpflichtet sein. Ein biรŸchen ist das den Wissenschaftlern auch bewusst, versuchen sie am Anfang des Briefes doch noch zu argumentieren, dass man nur โ€œauf der Grundlage von evidenz-basierter Naturschutzforschung zu einigen wichtigen Punkten eine korrigierende Einschรคtzung gibt, die den Stadtrรคten helfen soll, nรคchste Woche eine ausgewogene Entscheidung zu treffen. โ€ Das hรคlt man dann aber nicht wirklich durch und bekennt sich am Ende zu folgendem Fazit: โ€œIn Bezug auf die Naturschutzstrategie des Leipziger Auwalds stimmen wir weitgehend mit den Aktivitรคten des Stadtforsts รผberein.โ€ Also alles paletti. Keine Grรผnde fรผr eine Ablehnung vorhandenโ€ฆ

Sicherlich ist nicht zu beweisen, dass der offene Brief der 11 Wissenschaftler ein Auftragswerk der Abteilung Stadtforsten ist, aber eine solche Vermutung liegt doch zumindest mehr als nahe.

Zunรคchst werden in dem offenen Brief der 11 Wissenschaftler Fakten geliefert, was alles in dem Auwald bislang erforscht worden ist. Tatsรคchlich ist hier auch vieles geschehen; dennoch ist auffรคllig, dass es vielfach Altdaten sind (naturschutzfachlich erhobene Daten drohen nach 5 Jahren zu veralten, das mรผsste auch den Wissenschaftlern bekannt sein), der Auwaldkran (durch Abteilung Stadtforsten unterstรผtzt) erforscht nur eine Flรคche von ca. anderthalb Hektar, Kartierungen zur sog. โ€œLebendigen Luppeโ€ betreffen nur einen Teilraum im nordwestlichen Auwald (die Wissenschaftler sind hier durch die Stadt Leipzig beauftragt) , Brutvogelkartierungen finden auf nur wenigen ausgewรคhlten Probeflรคchen statt (ebenfalls im Auftrag von Stadtforsten) und Bachelor- und Masterarbeiten befassen sich prinzipiell mit sehr spezifischen Fragestellungen. Ein biรŸchen wird dann auch eingerรคumt, dass man z. B. bei den bestehenden Mittelwaldflรคchen nicht wirklich weiรŸ, ob das gut war und sein wird fรผr die auwaldspezifische Artenzusammensetzung. Daher formuliert man das auch so, dass es ein nicht Eingeweihter kaum oder gar nicht verstehen kann (welcher Satdtrat verfรผgt schon รผber eine biologische Grundausbildung?).
รœberrascht ist man dann, oder auch nicht, dass รผber die Datendefizite, die eine Bewertung der durch den Forstwirtschaftsplan verursachten Eingriffe eigentlich unmรถglich machen, nicht weiter geschrieben wird. So z.B. die Populationsstruktur der wichtigen Zielart des FFH-Gebietes Mopsfledermaus in den betroffenen Arealen des FWP, vรถllig unbekannt. Die Artenausstattungen in den Waldflรคchen, die durch Altdurchforstungen oder sog. Sanitรคrhiebe (z.B. in der Nonne und im Connewitzer Holz) viele alte Bรคume verlieren werden, keine aktuelle Daten.

Im weiteren beschรคftigt sich der offene Brief mit der geplanten Baumartenzusammensetzung im Auwald. Zunรคchst wird der hohe Wert der Art Stieleiche beschrieben; sicherlich richtig, was auch von niemandem bezweifelt wird. In dem Fazit wird die derzeitige Festlegung des Stadtforsten (40 % Eiche, 20 % Esche usw.) fรผr gut geheiรŸen. Als eine erste Hypothese ist eine solche Zielstellung auch gar nicht schlecht. Andererseits wird aber auch gesehen, dass eine Wiedervernรคssung des Auwaldes zwingend erforderlich ist (Das ist ja auch die Hauptaussage von NuKla und Prof. Gerken!). Als Wissenschaftler sollte man wissen, dass dynamische Prozesse auch zu Entwicklungen fรผhren kรถnnen, die so nicht absehbar sind, zumal in einem Wald wie dem Leipziger Auwald, wo die ehemalige (ursprรผngliche) Artenausstattung natรผrlicher Auwaldbereiche kaum bekannt ist (da seit sehr langer Zeit durch Einflussnahme durch den Menschen geprรคgt). Die gegenwรคrtige Praxis ist so, dass man jรคhrlich auf mehr als einem Hektar durch Femelung Eichenjungkulturen etablieren mรถchte, wobei teilweise Altbaumbestรคnde gerodet werden, die einen sehr hohen รถkologischen Wert besitzen. Um zu sehen, wie das aussieht, gehe man einfach in das Waldgebiet der Nonne und schaue man sich das Femelloch am SchleuรŸiger Weg an (dort wurden mehrere uralte Eschen gefรคllt) oder das hinter den neuen Forstschildern, ein Femelschlag von ca. 0,7 ha, der eher einem Kahlschlag aus Forstwirtschaftszeiten von vorgestern entspricht. Aber vielleicht kennen die 11 Wissenschaftler diese Flรคchen gar nicht? Wenn man dynamische Prozesse einfordert, dann muss man eine Zielangabe einer genauen Baumartenzusammensetzung auch als Hypothese betrachten, und sich ggf. auch umorientieren, ansonsten hat man Auenรถkologie nicht begriffen.

Im Zusammenhang mit Redynamisierung heben die 11 Wissenschaftler dann das Projekt โ€œLebendige Luppeโ€ hervor, von dem sie sich anscheinend viel positives erwarten. Man muss wissen, dass die Wissenschaftler in starkem MaรŸe รผber Kartierungsauftrรคge und Beratungsleistungen in das Projekt finanziell eingebunden sind. รœber Sinn oder Unsinn dieses Projektes wird intensiv diskutiert (so z. B. auch in mehereren Artikeln der L-IZ) und auch die Landesdirektion als zukรผnftige Planfeststellungsbehรถrde hat im Rahmen des Scopings deutliche Kritik an den derzeitigen Planungen geรผbt und hegt grรถรŸere Zweifel an der Genehmigungsfรคhigkeit. So sollen z. B. viele Hektar Auwald fรผr die Neuschaffung eines FlieรŸgewรคssers gerodet werden, wรคhrend man das riesige Problem der Grundwasserabsenkung durch die Neue Luppe auรŸen vor lรคsst. Aber vielleicht kennen die 11 Wissenschaftler auch die zu erwartenden Probleme, die durch das Projekt verursacht werden, gar nicht oder wollen diese lieber gar nicht kennen.

Zum Thema Auflichtung von Bestรคnden schreiben die 11 Wissenschaftler dann recht wenig. Sie weisen auf die Mittelwaldflรคchen hin und schreiben lapidar, dass bislang keine Neophyten gefunden wurden (was etwas merkwรผrdig klingt, denn sieht man sich รคhnliche Freiflรคchen nach Femelungen an, z. B. in der Nonne, sieht man durchaus grรถรŸere Bestรคnde der Kanadischen Goldrute). Warum befassen sich die Wissenschaftler nicht mit der Argumentation, dass man zuerst die standรถrtlichen Gegebenheiten in Ordnung bringen sollte (also eine Vernรคssung รผberall dort, wo diese irgendwie mรถglich ist) und dann, also danach, รผberlegen sollte, was man womรถglich forstpflegerisch machen kรถnnte? Vielleicht weil Stadtforsten sich mit dieser Thematik nicht beschรคftigt hat bzw. erst sehr langsam diese wichtige Aufgabenstellung fรผr das FFH-Gebiet erkennt?

Zum Theme Eichenverjรผngung fรคllt den 11 Wissenschaftlern auch nur sehr wenig ein. Warum stellen sie keine รœberlegungen an, wie man jenseits von 0-8-15-Femellรถchern moderne Eichenverjรผngungspraktiken etablieren kรถnnte, z.B. durch gezielte Fรถrderung von Eichennaturverjรผngung in Bereichen, wo es ansatzweise eine solche bereits gibt, Einzelfรถrderungen mittelalter Eichen oder gelenkte Sukzession in Flรคchen, die durch Sturmereignisse natรผrlicherweise geรถffnet wurden. Vielleicht weil dafรผr keine Forschungsauftrรคge im Leipziger Stadtwald erteilt wurden? Oder weil dahingehendes Interesse fehlt?

Zum Thema Totoholz gibt es dann sogar tatsรคchlich eine Forderung nach einer deutlichen Erhรถhung, die aber durch Stadtforsten bereits konzeptionell vorbereitet werde. Hier bleibt also zu hoffen, dass nach dem nรคchsten Sturmereignis die betroffenen Flรคchen nicht einfach abgerรคumt werden wie bisher.

Vor dem Fazit werden die Stadtrรคte dann noch รผber einige angebliche Ungereimtheiten des offenen Briefs von NuKla und Prof. Gerken โ€œinformiertโ€, damit es die Stadtrรคte โ€œnicht allzu sehr verwirreโ€. Eine der Ungereimtheiten lรคge in der Behauptung, dass sich der Zustand des Auwaldes verschlechtere. Ein Blick in den Managementplan zum FFH-Gebiet verrรคt, dass es sich bei dem Hartholzauwald (der wichtigste Bestandteil des Schutzgebietes!) um einen vom Verschwinden bedrohten Lebensraumtyp handelt. Ein zweiter Blick zeigt, dass es seitdem keine einzige wiedervernรคssende MaรŸnahme gab, im Gegenteil, die Deiche wurden sogar noch verstรคrkt. Wer dann NuKla und Prof. Gerken vorwirft, dass sie einen Widerspruch erzeugen, wenn sie ein fehlendes Monitoring anmahnen, will man ganz gezielt Sand in die Augen der Stadtrรคte streuen! Noch merkwรผrdiger wird es, wenn dann kritisiert wird, die Behauptung, dass man รผber eine Geruchsprobe den schlechten Bodenzustand erkennen kann, sei falsch. Da will man den 11 Wissenschaftlern zurufen: Noch nie was รผber Schรคden durch Harvestereinsรคtze gelesen? Geht doch mal in die Nonne auf die kahschlagartige Femelflรคche, denn hier sieht der Boden eher wie ein Kartoffelacker aus als wie ein gesunder Waldboden, dafรผr braucht es auch keine โ€œevidenz-basierte Naturschutzforschungโ€! Fast abstrus wird es dann, wenn behauptet wird, dass โ€œSonneneinstrahlung einen Auwaldboden nicht auslaugt, sondern anreichertโ€. Noch nie gelesen, das ab ca. 0,5 ha Femelloch o. รค. ein Offenlandklima erzeugt wird, das fรผr einen Wald vรถllig untypisch ist und daher wohl auch nicht gut sein kann? Das Aufkommen von Brennessel und Holunder ist รผbrigens auch ein normales Phรคnomen auf Flรคchen, die durch anthropogene Bodeneingriffe stark geschรคdigt wurden (sog. Ruderalisierungserscheinungen), hat mit gesundem nรคhrstoffreichen Waldboden auch nicht im geringsten etwas zu tun! Welches ร–kologiehandbuch benutzen eingentlich die 11 Wissenschaftler?

Warum thematisieren die 11 Wissenschaftler in dem offenen Brief eigentlich nicht die wahren รถkologischen Schรคdigungen, die durch die Umsetzung des FWP drohen. Schirmhieb (zur Erzeugung von weiterem Mittelwald) in einem wertvollen Aktholzbestand ohne Kenntnis รผber die Populationsstruktur der Mopsfledermaus und ohne gesicherte Erkenntnisse รผber die Auswirkungen, die man auf den bestehenden Mittelwaldflรคchen beobachten kann: Ahornmonokultur in der unteren Schicht; Altbรคume, die Jahrzehnte bis Jahrhunderte in einem geschรผtzten Bestand waren, werden plรถtzlich einer massiven Sonneneinstrahlung (und das bei zu erwartendem Klimawandel) und Stรผrmen (die immer stรคrker und hรคufiger zu erwarten sein werden) ausgesetzt. Sanitรคrhiebe auf riesigen Flรคchen im Connewitzer Holz, durch die eine Menge an sog. Festmetern Holz geerntet wird, die mit einer bloรŸen Umsetzung der Vekehrssicherheit (die es im Wald ohnehin nicht gibt) rein gar nichts mehr zu tun haben. Die Auswahl der Bรคume und Baumarten wird dabei vรถllig den Fรถrstern รผberlassen. Ebenso bei den groรŸflรคchigen Altdurchforstungen, zum Teil in FFH-Lebensraumtypen mit gutem Erhaltungszustand (z. B. Hainholz am Cospudener See); groรŸe Erntemengen sind mรถglich, die Umsetzung wird vรถllig den Fรถrstern รผberlassen.

Da fragt man sich schon, haben sich die Wissenschaftler รผberhaupt mit dem FWP beschรคftigt, oder warum geht in dem offenen Brief (der doch eine Hilfe fรผr die Stadtrรคte sein sollteโ€ฆ) jegliche Kitikfรคhigkeit oder -bereitschaft vรถllig abhanden?

In vielen Lรคndern werden (zu) kritische Wissenschaftler verhaftet, in Deutschland hat man es geschickter gemacht und die Drittmittelforschung eingefรผhrt. Ein paar lukrative Auftrรคge an die Wissenschaftler, schon ist es um die Kritikbereitschaft geschehen und der hingehaltene Maulkorb wird freiwillig und gerne aufgesetzt. Der Wissenschaftler wird zum gut bezahlten Dienstleister degradiert. Jeder mag sich sein eigenes Urteil darรผber bilden, ob dieser offene Brief von 11 (!!) Wissenschaftlern, die eigentlich der Wissenschaftlichkeit und Neutralitรคt verpflichtet sein sollten, ein typisches Beispiel fรผr diese Problematik in der Wissenschaftswelt von heute ist oder nicht.

Nun lieber Karl ist ja aktuell alles in Ordnung, die Politik hat gestern entschieden, da konnten doch die Sektkorken knallenโ€ฆโ€ฆ.

Ja nee, is klar Karl.

Es gibt seit 75 Jahren รผberhaupt kein Wasser mehrโ€ฆ.
Und hier auf Details einzugehen, an welcher Stelle 0,5 ha Auwald doch mal etwas Wasser bekamen macht keinen Sinn. Denn es geht um Grundsรคtzliches und nicht um Kleinklein.
Ein (!) Hochwasser bringt auch rein gar nichts. Und wenn es dumm kommt, bekommen wir auch mal ein 500jรคhriges Hochwasser;-) Womit sich fรผr den Auwald allerdings auch nichts รคndern wรผrde. Es geht vielmehr um stรคndig wiederkehrende Hochwasser. I.V.m. Hochwasserschutz, den der Auwald wahrnimmt. Wahrnehmen kรถnnte, wenn man den Auwald nicht vor Wasser schรผtzen wรผrde (und damit das ganze Wasser den stromabwรคrts liegenden Kommunen in die Hรคuser kippt, die dann noch hรถhere Dรคmme bauen mรผssen. Mit der Folge, daรŸ die noch weiter unten liegenden Kommunenโ€ฆ.).

Im รผbrigen ist diese Argumentation vรถllig verkรผrzt, offenbart aber den Blick.
Es geht vielmehr um das ร–kosystem, es geht darum, in dieses ร–kosystem dauerhaft und regelmรครŸig Wasser rein zu bringen. Es geht um das Fรคllen alter Bรคume, es geht darum, der Natur Gelegenheit zu geben, sich selbst zu regulieren, es geht darum, daรŸ der Auwald kein Wirtschaftswald ist, daรŸ er der Naherholung dient und keine Spielwiese fรผr Kettensรคgen und Motorboote wird. Es geht darum, daรŸ sich der Auwald selbst reguliert und keine ABM fรผr Wissenschaftler und Fรถrster ist. Jedenfalls nicht als Selbstzweck. Das scheint aber der aktuelle Zustand zu sein.

Und wenn die Wissenschaftler in Zeiten des Fachkrรคftemangels fรผr das halbe Gehalt arbeiten โ€“ Hut ab vor so viel Altruismus. Allein, ich glaube es nicht. (Nicht daรŸ sie fรผr das halbe Gehalt arbeiten. Sondern daรŸ sie fรผr das halbe Gehalt arbeiten, wenn sie andernorts ein normales Gehalt bekรคmen. Entweder ist der Job nicht qualifiziert oder sie nicht oder sie machen eine Arbeit die eigentlich unnรถtig ist und ein Dritter just fur fun โ€œetwas springen lรครŸtโ€œ. Oder es geht gar nicht um die wissenschaftliche Arbeit sondern um etwas ganz anderes. Was ich vermute. DaรŸ ein Job gemacht wird, um etwas ganz anderes zu begrรผnden.)

Deine โ€œFaktenโ€ sind nicht nur dรผrftig. Sie sind keine Fakten. Im Lichte des gesamte Systems betrachtet.

Schade. Aber das ist keine gute Diskussion, wenn man wissenschaftlich fundierten Untersuchungen wieder nur spekulative Unterstellungen und persรถnliche Diffamierungen entgegensetzt. Halt eben Nukla.
Deshalb mal zu Fakten:
1) Die angestellten Wissenschaftler des NABU im Projektbรผro Lebendige Luppe bekommen fรผr ihre hochwertige Arbeit als Gehalt deutlich weniger, als die Hรคlfte dessen, was gleichwertig qualifizierte Wissenschaftler in รถffentlichen Einrichtungen (Universitรคt, Naturschutzbehรถrden) verdienen. Diesen damit sinngemรครŸ zu unterstellen, sie wรผrden fรผr gutes Geld ihre fachliche Integritรคt verkaufen, ist einfach haltlos.
2) Was die Stiel-Eiche als naturschutzfachlich wertvollsten Baum unseres Leipziger Auwaldes betrifft. Wissenschaftlich unumstritten ist, dass die Steil-Eiche eine Lichtbaumart ist, die zum Keimen und zum Wachstum mehr Licht benรถtigt als viele andere Pflanzen. Da die Stiel-Eiche im ersten Jahr nach der Keimung viel weniger in die Hรถhe wรคchst, als z.B. die Brennnessel, hat sie in Konkurrenz zur Brennnessel keine รœberlebenschance. Zudem macht die allgemeine Eutrophierung (รœberdรผngung mit Stickstoff- und Phosphatverbindungen) unserer Landschaft auch nicht vor unserem Leipziger Auwald halt. Sie erfolgt รผber die Luft und bei mรถglichem Hochwasser auch รผber unsere von Klรคranlagen und Landwirtschaft รผberdรผngten Flรผsse. Diese Dรผngung fรถrdert die Konkurrenten der Stiel-Eiche stรคrker, als die Stiel-Eiche selbst. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es in den Feuchtwaldbereichen des Leipziger Auwaldes seit mehr als 100 Jahren keine wahrnehmbare Naturverjรผngung der Stiel-Eiche mehr gibt. Alle Stiel-Eichen-Jungbestรคnde im Leipziger Auwald wurden forstlich gepflanzt und die Jahre danach gepflegt. Wenn, wie spekulativ behauptet, die Naturverjรผngung allein durch รœberflutung wiederhergestellt werden kรถnnte, warum hat sich dann nach dem Jahrhunderthochwasser 2013, welches durch die Burgaue, das Domholz , den Grรผnitz und den Kรคhlig floss, trotzdem keine Stiel-Eiche natรผrlich etabliert? Fรผr die Wiederherstellung einer kleinen Flรคche mit Mittelwald war in der Burgaue wenige Monate zuvor eine 1,1 ha groรŸe Flรคche Wald stark aufgelichtet worden. Auch hier hatten Stiel-Eichen-Jรคhrlinge keine verbesserte รœberlebenschance. Nach diesem Hochwasser mit einer Stรคrke, wie es statistisch bisher aller 130 Jahre auftrat, waren an Ahornen kaum Vitalitรคtsschรคden wahrnehmbar, wรคhrend viele Eschen in Verbindung mit dem Eschentriebsterben erhebliche VitalitรคtseinbuรŸen zeigten und im Polderrรผckstau im Kรคhling und Grรผnitz auch eingingen.

Mir tut der NABU auch ein wenig Leid. Mir kommt es eher vor, als hรคngt er da irgendwie mit drin, mรถchte aber auch nicht daran beteiligt sein, ist es dann aber doch irgendwie.

Vielleicht ist es dem NABU auch nicht so ganz klar, was er will oder meint zu diesem oder jenem.

Nun ist das in so einem Verein mit vielen Leuten sicher auch nicht einfach, selbst in sich einen Konsens zu finden.

Aber Zeit wรคr es vielleicht, da zu Potte zu kommen.

Wie viele andere kommt mir der NABU auch รผberfordert vor und ich nehme diese Thematik ebenfalls als gigantisch wahr. Alles andere als einfach. Ein Schutzgebiet, dass irgendwie alles sein soll und vielen Menschen dennoch im Weg steht. Verรคnderungen im Auwald, von denen niemand weiรŸ, was sie bewirken werden. Vielleicht wird vieles auch gar nicht so dramatisch, wie manch Wissenschaftler sich das ausmalt. Wer hat schon eine Glaskugel, die prรคzise in die Zukunft schauen kann, um jetzt genau sagen zu kรถnnen, wie stark das Eschentriebsterben ausfallen wird oder wie trocken 2019, 2020 oder 2021 oderโ€ฆ sein werden. Vielleicht wachsen die Eichen in 5 Jahren wie Unkraut. Vielleicht spielt das Wetter auch verrรผckt und wir haben die kommenden Jahre sintflutartige Regenfรคlle. Vielleicht wรคre es auch mal interessant, an Stellen, wo es mรถglich ist, zu schauen, wo die weitere Sukzession hinfรผhrt. Und in meinen Augen kรถnnte es auch interessant sein, auch kleine (!!!) Mittelwaldflรคchen in der Aue zu haben und zu beobachten. Wenn man die nicht gerade da errichtet, wo eine vom Aussterben bedrohte Art ihr Refugium hat. Dann muss man sowas eben an einer anderen Stelle machen.

Alle sind sich aber seit Jahren einig, das Wasserdynamik fehlt, und klar, es ist ein Auwald, ohne Wasser geht da eigentlich gar nichts voran. Nur ist das โ€œWannโ€ ja das Ding. Jetzt? Oder in 100 Jahren? Oder in 300 Jahren? Wenn man Hainbuchen wenige Meter von der Pausnitz entfernt pflanzt, geht man stรคdtischerseits davon aus, dass es dort langfristig keinen richtigen Auwald mehr geben wird. Wenn man Linden in die eigentlich feuchten Senken (nahe der ehemaligen Rรถdel) der Nonne pflanzt, sollen die dort auch alt und groรŸ werden. Wie alt werden Linden? Bis sie hiebsreif sind, wird es auch dort โ€“ so plant man ja stรคdtischerseits โ€“ keinen Auwald geben. Und auch ร„pfel und Eichen in den ehemaligen Flussbetten (Schwarze Lache) der Burgaue, komplett erhaltene Flussbetten, denen nur Wasser fehlt, pflanzt man jetzt dorthin, damit sie dort stehen, bis sie alt bzw. hiebsreif sind. Auch da plant man so, als ob man dort keinen Auwald mehr erwartet fรผr รผber 100 Jahre und mehr.

Und weil die Stadt keinen richtigen Auwald mehr will, maximal an der Lebendigen Luppe, weit weg wo Natur keinen stรถrt, meint man, einen tollen Kompromiss gefunden zu haben und baut alles hauruck zu einem Eichen-Hainbuchenwald mit Linden um. Auch ein Eichen-Hainbuchenwald mit Linden kann รผbrigens was Schรถnes sein und so ein Wald kann auch artenreich sein, nur ein Auwald ist das dann nicht mehr. Naja. Eichen-Hainbuchen-Wรคlder brauchen dann auch kein Wasser mehr, man muss keine Angst vor Mรผcken zu haben und man kann besser drin Boot fahren (weil die Flรผsse nicht revitalisiert werden mรผssen und weiter zu Kanรคlen ausgebaut werden kรถnnen).

Und dann lese ich solche Briefe, wo man sich rechtfertigt und denke: das kann nicht Euer Ernst sein.

Man arbeitet ernsthaft mit zwar wichtigen und interessanten, aber teilweise jahrzehntealten Studien?

Was genau sagt denn eine Biotopbaumkartierung von 1998 und 2006 heute noch aus, wo a) viele Biotopbรคume inzwischen wahrscheinlich das zeitliche gesegnet haben und b) ganz andere Bรคume inzwischen neue Biotopbรคume geworden sind?

Was sagen Forschungen am Auwaldkran aus รผber etwaige Vorkommen von FFH-Arten bspw. im sรผdlichen Auwald?

Und so weiter und so fort.

Vor allem kann man ganz klar lesen, dass man (bewusst?) vieles nicht versteht (oder vielmehr nicht verstehen will?) und weiteres sogar (bewusst? Weil es dann besser passt?) falsch wieder gibt.

Wie es aussieht, ist das Schlimmste aber: die FFH-Arten scheinen in diesem FFH-Gebiet ja irrelevant zu sein, wenn man das alles so zusammenfasst? Man scheint der Meinung zu sein, ein langfristiges Monitoring beantworte zentrale Fragen nicht. Also ist es egal?

Dabei geht es doch gar nicht nur darum, ob ein Monitoring irgendeine zentrale Frage lรถsen kann, so wichtig diese auch mรถglicherweise sei fรผr das GroรŸe und Ganze (falls eine einzige Frage je so zentral sein kann bei so etwas Komplexem wie einer Aue).

Die Monitorings sollen nur die Frage beantworten, wo seltene und bedrohte Arten leben, damit man deren Lebensstรคtten nicht zerstรถrt (auch wenn man es theoretisch gut meint damit, was man dort tut, oder auch nur meint, es gut zu meinen).

Der Auwald ist schlicht ein FFH-Gebiet. Diese Gebiete wurden danach ausgewรคhlt, dass dort bestimmte, besondere Tierarten vorkommen, die zumeist auch selten und bedroht sind in Europa. Diese FFH-Gebiete sind dazu da, dass diese seltenen Arten in diesen Arealen leben und sich sogar noch weiter ausbreiten kรถnnen, zusammen mit anderen Arten, die im gleichen Lebensraum vorkommen.

Und damit diese seltenen Arten dort leben und sich die Lebensbedingungen fรผr sie sogar noch verbessern, gibt es bspw. viele Vorschriften und Regelungen. Zum Beispiel sind Vertrรคglichkeitsprรผfungen vorgeschrieben. Und fรผr die seltenen Arten gibt es auch recht klare Vorschriften, Vorschlรคge und Regelungen.

So dรผrfen Lebensstรคtten dieser Tiere nicht beschรคdigt oder zerstรถrt werden etc.

Und bspw. die Mopsfledermaus ist so eine Art.

Deswegen ist es doch logisch, dass es wichtig ist, herauszufinden, wo bspw. diese Art genau im Auwald vorkommt, wo sie Verbreitungsschwerpunkte hat usw., damit ihre Lebensstรคtten geschรผtzt werden kรถnnen (und das sind Bรคume).

Denn diese Art ist einer der Arten, die wirklich selten ist, sie ist eine sogenannte Art nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands.

Auch die Wildkatze und der Mittelspecht zรคhlen รผbrigens zu diesen Arten.

Wo brรผtet denn aktuell der Mittelspecht? 2013 gab es ja dann wohl eine Brutvogelkartierung, aber Mensch, wir haben fast 2019!

Und da wird so salopp gesagt, interessiert uns nicht, kann man sowieso nicht abschรคtzen, ist den Herren und Damen Wissenschaftlern egal? Untersuchen sie erst, wenn sie Forschungsgelder dafรผr haben, bis dahin empfehlen sie das Zerstรถren mรถglicher Lebensstรคtten bedrohter Arten?

Wenn man wenigstens vorher sowas ausschlieรŸtโ€ฆ bevor man solche MaรŸnahmen empfiehlt. Aber nicht mal das?

Das muss ich nicht verstehen! Da kann man sich auch nur noch ins Bett legen und nicht mehr drรผber nachdenken. Na dann gute Nacht.

Mitglieder des Nabu haben sich entrรผstet gezeigt, auf diese Fรผhrung im Zusammenhang mit dem anstehenden BeschluรŸ zum Forstwirtschaftsplan hingewiesen und die Frage, was sie denn fรผr ein perfides Spiel trieben. Diese Fรผhrung stรผnde in keinem Zusammenhang, nein! Das sei Unterstellung.
Nun ja, Die 11 โ€žWissenschaftlerโ€œ, die einen nicht so offenen Brief schreiben um weitere Rodungen im Auwald zu begrรผnden, fรผhren zusammen mit dem Nabu die Stadtrรคte vor BeschluรŸfassung zum Forstwirtschaftsplan durch den Wald, um โ€žaufzuklรคrenโ€œ.
Nein, das stimmt so nicht ganz. Richtig betrachtet sind mit den versammelten โ€žWissenschaftlernโ€œ, Nabu, BUND, ร–kolรถwe und Stadtforst wer versammelt? Richtig die vom Stadtfรถrster Sickert ganz demokratisch handverlesene Truppe namens โ€žAG Stadtwaldโ€œ. Ein nicht demokratisch legitimiertes Gremium. Das sieht doch ganz wie eine konzertierte Aktion aus? Mit der gaaaanz unabhรคgig die Stadtrรคte โ€žinformiertโ€œ werden sollen?
Der Fisch stinkt vom Kopf. Und Sickert ist nicht der Kopf. Jung und Rosenthal lassen grรผรŸen.

Der Nabu (Dr. Vlaic) ist Teil des Projektes โ€œLebendige Luppeโ€ und verdient ordentlich Geld damit. Prof. Wirth (Uni Leipzig, iDiv) und UFZ ebenso. Was sollen die zum Projekt sagen? Das es Unsinn ist? Engelmann beschรคftigt sich seit Jahren mit seinem Auwaldkran mit sich selbst.

Die Herrschaften hatte vor kurzem Gelegenheit, sich umfassend รผber mehrere Tage zum Thema auszutauschen, Erfahrungen weiterzugeben, Erkenntnisse zu besprechen, neue Entwicklungen zu beleuchten. Zum 2 Internationalen Auenรถkologiesymposium in Leipzig Anfang September. Diese Gelegenheit wurde nicht nur nicht genutzt, sie wurde ausgeschlagen. Diese Herrschaften verfolgen mit Sicherheit Ziele. Ein natรผrlicher, sich selbst regulierender Auwald gehรถrt augenscheinlich nicht dazu.

Das iDiv hat gerade sinnigerweise aktuell auf seiner HP stehen, daรŸ die Natur sich selbst รผberlassen werden soll. Vielleicht sollte Engelmann von Enedas den Beitrag mal lesen? Doch auch ohne diese Lektรผre sollte Engelmann klar sein, daรŸ auch mit Fรคllung der Eschen wegen des Eschentriebsterbens nicht eine Spore des verantwortlichen Pilzes aus dem Wald kommt. Es sei denn, es werden alles Eschen gefรคllt und der Bewuchs mit neuen Eschen verhindert. Das Roden der Eschen nรผtzt nicht nur nichts, es ist auch noch schรคdlich. Denn es wird verhindert, daรŸ sich Resistenzen bilden kรถnnen.

Bis man den Auwald โ€œin Ruheโ€ lassen kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg.Denn um das dringend erforderliche Wasser in den Auwald zu bekommen sind noch einige Eingriffe nรถtig. Das Projekt Lebendige Luppe ist es jedoch nicht. Denn neben sinnlosen gravierenden Eingriffen hierfรผr in den Auwald (die Genehmigungsfรคhigkeit fรผr das Projekt ist noch lange nicht gesichert) fehlt das Wesentlichste โ€“ eine Verbindung mit dem Grundwasser. Ohne die Luppe โ€œanzufassenโ€ geht gar nichts. Es wird nur ein ร–kodineyland geschaffen. Aber da kann man ja schรถn weiter โ€žforschenโ€œ.

Seit รผber 25 Jahren wird diskutiert, daรŸ Wasser in den Auwald kommen muรŸ. In seinem nicht so offenen Brief bezieht sich Prof. Wirth auf die Thesen von Prof. Mรผller. Zu Recht. Doch zu spรคt. Seit รผber 25 Jahren wird nichts getan. Deshalb ist die Berufung auf Prof. Mรผller fadenscheinig. Ein Feigenblatt. 25 Jahre kiloweise Papier vollschreiben und einen Status quo erhalten um jahrelang Geld abzufassen โ€“ da kann man heute schlecht anderes sagen, als die 25 Jahre zuvor.

Schreiben Sie einen Kommentar