In Sachsen müssen zehntausende Menschen ergänzend Bürgergeld beziehen, weil sie von ihrem Arbeitslohn nicht leben können. Das zeigt die aktuelle Anfrage der Vorsitzenden und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, zu diesem Thema (Drucksache 8/1881). Demnach waren im November 2024 insgesamt 37.403 Menschen gleichzeitig erwerbstätig und im Bürgergeldbezug.

Reichlich die Hälfte war sozialversicherungspflichtig beschäftigt, überwiegend in Teilzeit. Die Betroffenen arbeiten vor allem im Lebensmittel- und Gastgewerbe, in Verkehr und Logistik oder in der Reinigung. Auch mehr als zweitausend Auszubildende mussten „aufstocken“. Susanne Schaper erklärt:

„Es ist ein Unding, dass immer noch knapp 40.000 Menschen im Freistaat zum Amt gehen müssen, obwohl sie arbeiten. Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Beschäftigten einen guten Lohn vorenthalten, werden so von den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern alimentiert. Das ist ungerecht! Besonders bedenklich ist es, dass auch so viele Auszubildende von ihrem Einkommen nicht leben können. Arbeit darf nicht arm machen.

Sachsen darf kein Niedriglohnland mehr sein, dafür muss die Regierung Druck machen. Dazu gehört in erster Linie ein Vergabegesetz, das staatliche Aufträge an gute Löhne bindet. Die Tarifbindung muss erhöht werden, mehr Tarifverträge sollten für allgemeinverbindlich erklärt werden. Ohne gute Einkommen gewinnt kein Betrieb Fachkräfte.“

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