Die Dresdner Polizei ermittelt erneut gegen den bereits mehrfach vorbestraften Pegida-Chef Lutz Bachmann. Diesmal steht der Verdacht der Volksverhetzung im Raum, nachdem der Rechtsradikale am Montag, den 7. Oktober, dazu aufgerufen hatte, politische Gegner in einen Graben zu werfen und diesen anschlieรŸend zuzuschรผtten. Zudem hat das Verwaltungsgericht Dresden im Eilverfahren ein Verbot des fรผr Samstag in Ostritz geplanten Neonazievents โ€žKampf der Nibelungenโ€œ bestรคtigt.

Der Staatsschutz der Dresdner Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann eingeleitet. Das teilte die Behรถrde am Mittwoch, den 9. Oktober, mit. Anlass ist eine Rede des 46-Jรคhrigen auf einer Pegida-Demonstration am Montag, den 7. Oktober 2019.

Dort hatte Bachmann seine politischen Gegner โ€“ darunter Linke, Grรผne, Gewerkschaften und Klimaaktivist/-innen โ€“ mit nationalsozialistischer Rhetorik beleidigt. Er bezeichnete sie unter anderem als โ€žasoziale Madenโ€œ, โ€žParasitenโ€œ und โ€žVolksschรคdlingeโ€œ beziehungsweise โ€žVolksfeindeโ€œ, die auf einer โ€žentarteten Seite des Grabensโ€œ stehen wรผrden. โ€žWir werfen sie in den Graben, dann schรผtten wir diesen Graben zuโ€œ, sagte Bachmann weiter.

Dazu teilte die Polizei mit: โ€žNachdem die Beamten bereits entsprechendes Videomaterial der infrage stehenden Rede gesichert und ausgewertet hatten, gingen zwischenzeitlich sieben Online-Anzeigen bei der Polizeidirektion Dresden ein. Diese bezogen sich ebenfalls auf den Inhalt der Rede und stellten auf Volksverhetzung sowie Anstiftung zur Straftat ab.โ€œ Bachmann ist bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Volksverhetzung, Kรถrperverletzung und Drogenhandel.

Weitere Anzeige durch Grรผnen-Politiker

Bereits am Dienstag hatte der Grรผnen-Landtagsabgeordnete Thomas Lรถser auf Twitter mitgeteilt, dass er Strafanzeige gegen unbekannt und das Organisationsteam von Pegida gestellt habe. Mehrere Personen sollen wรคhrend der Demonstration โ€žAufhรคngenโ€œ skandiert und dabei ihn gemeint haben.

An der Demonstration am Montag beteiligten sich unter anderem der sรคchsische AfD-Landesvorsitzende Jรถrg Urban und sein Parteikollege Andrรฉ Wendt, der kรผrzlich zum Vizeprรคsidenten des Landtages gewรคhlt wurde.

Neben dem Ermittlungsverfahren gegen Bachmann beschรคftigten sich die staatlichen Behรถrden in Dresden am Mittwoch mit weiteren rechtsradikalen Aktivitรคten. Das dortige Verwaltungsgericht bestรคtigte im Eilverfahren ein Verbot der fรผr Samstag, 13. Oktober 2019, in Ostritz geplanten Neonaziveranstaltung โ€žKampf der Nibelungenโ€œ.

Die Stadt hatte das Verbot damit begrรผndet, dass es sich nicht um eine Sportveranstaltung handle, sondern um eine Vorbereitung auf den Kampf gegen das politische System. Die Veranstalter des Events kรผndigten am Mittwoch an, Beschwerde beim sรคchsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen einzulegen.

Liveticker: Mehrere Tote bei offenbar rechtsradikalem Anschlag in Halle

Liveticker: Mehrere Tote bei offenbar rechtsradikalem Anschlag in Halle

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