Der Betreiber des „Thüringer Hofs“ in Leipzig ist zahlungsunfähig, ein Insolvenzeröffnungsverfahren läuft. In Celle steht die mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette wegen des Vorwurfs bewaffneter Raubüberfälle bis 2016 seit heute vor Gericht. Und: In Berlin nahm der 21. Bundestag bei der konstituierenden Sitzung seine Arbeit auf. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 25. März 2025, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
LVZ-Bericht: Betreiber des „Thüringer Hofs“ zahlungsunfähig
Der Betreiber des Leipziger Traditionsrestaurants „Thüringer Hof“ in der Burgstraße 19 ist zahlungsunfähig: Darüber berichtete heute zunächst die LVZ.
Demzufolge wurde ein Insolvenzeröffnungsverfahren angeordnet. Das Restaurant bleibe offen, durch Ausfallgeld seien Lohnzahlungen bis auf Weiteres gesichert. Man wolle die Jobs erhalten und arbeite an einer Lösung. Gründe für die Zahlungsunfähigkeit werden in der Kundenzurückhaltung bei gleichzeitig gestiegenen Energie,- Lebensmittel- und Personalkosten verortet, die sich auf das Preisniveau niederschlagen. Dazu kommen finanzielle Folgen der Corona-Zeit.
Das ursprüngliche Haus auf dem Innenstadt-Grundstück war schon Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden, später soll auch Reformator Martin Luther (1483–1546) hier eingekehrt sein. Ab 1838 gab es ein Restaurant namens „Thüringer Hof“ an der Stelle. Im Laufe der Zeit hatte der Gasthof wechselnde Besitzer, wurde umgebaut, 1943 durch Bomben zerstört und nach dem Krieg teilweise neu errichtet. Die Wiedereröffnung des Hauses folgte im Frühjahr 1996 einem Abbruch und Neubau.
Über drei Jahrzehnte Untergrund: Prozess gegen mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette gestartet
Unter scharfen Vorkehrungen und hohem Medieninteresse begann heute der Strafprozess gegen Daniela Klette. Zuständig ist das Landgericht Verden, aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen wird aber zunächst im Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts Celle verhandelt. Der NDR hat die ersten Entwicklungen hier in einem Liveticker. 56 Prozesstage wurden vorerst angesetzt – gut möglich, dass diese nicht reichen werden.
Anklagegegenstand sind 13 Raubüberfälle auf Supermärkte und Geldtransporter, an denen die heute 66-jährige Klette zwischen Juli 1999 und Juni 2016 beteiligt gewesen sein soll. Geschätzte Ausbeute: 2,7 Millionen Euro. Die Vorwürfe: schwerer Raub, illegaler Waffenbesitz und versuchter Mord, da laut Staatsanwaltschaft bei einem der Überfälle Mitte 2015 in Richtung eines Geldboten geschossen wurde.
Dass Klette der dritten Generation der (1998 offiziell aufgelösten) linksterroristischen „Rote Armee Fraktion“ (RAF) zugerechnet wird, ist nicht Teil dieses Prozesses. Allerdings nehmen Ermittler an, dass Klette die vorgeworfenen Straftaten beging, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Die gebürtige Karlsruherin war spätestens 1990 abgetaucht und erst im Februar 2024 in einer Berliner Wohnung gefasst worden. Ihre mutmaßlichen Mittäter Ernst-Volker Staub (70) und Burkhard Garweg (56) sind nach jetzigem Stand weiter flüchtig.
Neuer Bundestag kommt zusammen, Klöckner neue Präsidentin im Hohen Haus
Die 21. Legislaturperiode hat begonnen: 30 Tage nach der vorgezogenen Wahl kam der neue Bundestag in Berlin fristgemäß zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die CDU-Politikerin und frühere Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (52) wurde zur Bundestagspräsidentin gewählt. Sie bekleidet damit jetzt – was vielen nicht bekannt ist – das offiziell zweithöchste Amt im Staat, zum vierten Mal übernimmt dies eine Frau. Auch die Stellvertreter stehen jetzt fest, die AfD fiel dabei durch.
Die Eröffnung der Sitzung oblag Linken-Ikone Gregor Gysi als Alterspräsident des Hauses. Seit der letzten Legislaturperiode entscheidet die Dienstzeit als Parlamentarier, wer den Posten erhält, nicht das Lebensalter. Hier hat Gysi mit fast 31 Jahren die Nase vorn. Ein Antrag der AfD, wieder zur alten Regelung zurückzukehren, wurde von allen Fraktionen außer ihr selbst abgelehnt – dann wäre ihr Abgeordneter Alexander Gauland (84) Alterspräsident geworden.
In seiner längeren Einführungsansprache ging Gysi dann auf innenpolitische Herausforderungen, die Lage in der Ukraine und Nahost sowie gesellschaftliche Spannungen ein. Eine zentrale Botschaft des 77-Jährigen: Menschen mit anderer Auffassung dürfe nicht sofort das Übelste unterstellt werden. „Wir müssen lernen zu respektieren, dass es diese Unterschiede gibt“, sagte Gysi.
Seit heute ist nun auch die alte Regierung offiziell Geschichte, Bundeskanzler Olaf Scholz (66, SPD) sowie seine Ministerinnen und Minister erhielten ihre Entlassungsurkunden durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (69, SPD). Die Truppe bleibt aber geschäftsführend im Amt, bis eine neue Regierung steht.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Ab 1. April: Stadt baut Straße zum Löwitz-Quartier, Sperrung in der Berliner Straße
Neues aus der iDiV-Forschung: Hohe Baumarten-Vielfalt mindert Hitze in Wäldern
Ortstermin in Strasbourg: Manuela Ripa (ÖDP) über Hunde, Katzen und Kleinparteien
Landgericht: Prozess um Brandanschlag in Wohnprojekt endet mit Freispruch für die Angeklagte
Besorgte SPD-Nachfrage: Messungen zeigen keine weiteren Schädigungen an der Klingerbrücke
Was sonst noch wichtig war:
Wer gehört der nächsten deutschen Regierung an? Ein heiß gehandelter Ministerkandidat zog heute überraschend zurück.
Beim Abriss der Dresdener Carolabrücke deuten sich Verzögerungen an.
Ebenfalls Dresden: Hier wurde in einer Berufsschule Alarm ausgelöst.
Bei den Gesprächen in Riad (Saudi-Arabien) haben sich die Vertreter der USA und der Ukraine auf eine Waffenruhe im Schwarzen Meer verständigt (Liveblog des ZDF).
In den USA zieht ein Vorfall Kreise: Hochrangige Mitglieder der Trump-Administration hatten mutmaßlich aus Versehen einen Journalisten zu einem Gruppenchat hinzugezogen, wo man sich über Luftangriffe im Jemen austauschte.
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