Bücher

Tatjana Böhme-Mehnert: Musikstadt Leipzig in Bildern. Das 20. Jahrhundert. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der dritte opulente Bildband zur Musikstadt Leipzig führt durchs durchwachsene 20. Jahrhundert

Für FreikäuferNun ist die Musikstadt komplett. Zumindest die aus dem Lehmstedt Verlag. Gestartet 2015, jenem längst aus jeder Erinnerung getilgten Jahr, als Leipzig das 1.000. Jahr seiner Ersterwähnung feierte. Solche Feste kann Leipzig irgendwie nicht mehr so richtig. Musikstadt klappt besser. Da ist die Stadt eine Hausnummer. Deswegen war der dritte Band auch so ein kleines Problem.

Christian "Pokerbeats" Huber: 7 Kilo in 3 Tagen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Bastians Weihnachten mit Eltern, Bruder, Kerstin und Ex

Ich bin ja so einer, der liest alles an und in einem Buch. Auch die Lobpreisungen berühmter oder anderer Leute auf dem Cover. Obwohl es fast unmöglich ist, dass Dirk von Gehlen von der „Süddeutschen“, Thees Uhlmann (Musiker und Buchautor) oder Anja Ritzel vom „Spiegel“ vorher wussten, was drinsteht. Wussten sie auch nicht. Man wartet 175 Seiten drauf, dass es lustig wird. Weihnachten ist nicht lustig. Schon gar nicht in Deutschland.

Fürst Stanislaw Poniatowski: Tagebuch einer Reise durch die deutschen Länder im Jahre 1784. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Fürst Poniatowskis Reise durch die deutschen Länder im Jahre 1784

Für FreikäuferPoniatowski? Bei dem Namen denken die Leipziger nur an einen: an Józef Antoni Poniatowski. Vielen ist gar nicht bewusst, dass der Marschall Napoleons, der am 19. Oktober 1813 beim Rückzug der französischen Armee in der Weißen Elster ertrank, aus einem der großen polnischen Fürstengeschlechter stammt und mit dem letzten polnischen König verwandt war. Und damit auch mit dem Autor dieser Reisebeschreibung.

Kirstin Ballhorn: Niko, hab Mut! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie ein kleiner Kiwi lernt, was Mut eigentlich ist

Für FreikäuferSeit 2006 lebt Kirstin Ballhorn mit ihrer Familie in Neuseeland. Was nur als Beschnuppern geplant war, hat sich zum Daueraufenthalt gemausert. Die Kinder wachsen in einer anderen Welt auf, in der es auch Robben und Kiwis gibt. Kiwis, das sind diese netten nachtaktiven Vögel, die es zum Wappentier Neuseelands gebracht haben. Und ein Kiwi ist der Held dieses Buches.

Lutz W. Hiller: Der Schallplattenunterhalter. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Lutz W. Hiller lässt das wilde Leben eines DJs in der größten DDR aller Zeiten noch einmal lebendig werden

Für FreikäuferEs sind solche Bücher, die einem in die Redaktion flattern und einem immer wieder zeigen, was für ein buntgeflecktes Land die DDR eigentlich war und wie viel Leben darin war, meist mit jeder Menge Erfindergeist von Menschen wie Lutz W. Hiller auf die Beine gestellt. Das Wort Schallplattenunterhalter hat er sich schon patentieren lassen. Denn er war ja selber einer.

Peter H. Wilson: Der Dreißigjährige Krieg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die 100-jährige blutige Eröffnung des Zeitalters der Globalisierung

Für FreikäuferDie Zeichnungen, die Jaques Callot 1633 anfertigte und von denen eine den Umschlag von Wilsons „Der Dreißigjährige Krieg“ schmückt, hätte Callot so auch 40 Jahre vorher in den habsburgischen Kriegen mit den Türken, später den Uskoken, Ungarn, Siebenbürgern oder Böhmen zeichnen können. Tatsächlich hat er sie gezeichnet, als die französischen Truppen in Lothringen einfielen, das damals noch zum Heiligen Römischen Reich gehörte.

Peter H. Wilson: Der Dreißigjährige Krieg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Krieg, der selbst im sächsischen Schulunterricht viel zu kurz kommt

Für FreikäuferDas, was uns bis heute am Dreißigjährigen Krieg so verwirrt, ist das Irrationale. Er scheint nicht zu passen. Er wirkt wie ein Rückfall in barbarische Zeiten. Und wenn wir an ihn denken, sehen wir ein Bild vor uns wie das, das der englische Verlag Penguin Books für den Umschlag des 2009 erschienenen Bestsellers von Peter H. Wilson wählte: den „Galgenbaum“ aus Jaques Callots Serie „Les Grandes Misères de la Guerre“.

Ralph Grüneberger, Walter Thomas Heyn: Leipziger Liederbuch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie das Leipziger Liederbuch nach 30 Jahren endlich das Licht der Welt erblickte

Es gibt eine Menge Bücher, die vor 1989 im Osten nicht erscheinen durften. Simone Barck und Siegfried Lokatis berichten in ihrem Buch „Zensurspiele“ über die berühmtesten Fälle. Die meisten Fälle freilich erlangten nie Berühmtheit, denn sie blieben schon vorher in jenem Grauraum hängen, in dem große und kleine Funktionäre ihren Missmut deutlich machten. So ein Fall ist auch Ralph Grünebergers „Leipziger Liederbuch“.

Sebastian Hesse: Sieben. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Sebastian Hesse besucht sieben Orte, wo Menschen versuchen, wieder eins zu werden mit sich und der Welt

Für Freikäufer Es ist längst so weit. Die gesamte Welt ist wieder auf der Suche nach einer neuen Spiritualität. Fast verzweifelt, könnte man sagen. Denn augenscheinlich kann die schöne neue Welt der kapitalen Selbstvermarktung eins nicht bieten: das Gefühl, als Mensch in dieser Welt geborgen zu sein, lebendig zu sein und verbunden mit dem grandiosen All. Aber Sebastian Hesses Reise begann ausgerechnet im Mutterland des Mammons: den USA.

Peter H. Wilson: Der Dreißigjährige Krieg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Was hat eigentlich Martin Luther mit dem Krieg von 1618 bis 1648 zu tun?

Für FreikäuferDas Buch ist über 1.000 Seiten dick und so etwas wie die Gesamtübersicht über das, was Historiker so leichthin den Dreißigjährigen Krieg nennen. Geschrieben von einem Militärhistoriker, der die Sicht von draußen hat und auf lokale Ressentiments keine Rücksicht nehmen muss. Denn Peter H. Wilson lehrt an der Oxford University. Und das Buch bietet mehr, als in einer Rezension (die wir am 24. November in der „Leipziger Zeitung“ veröffentlichen) Platz finden kann.

Peter Zimmerling (Hrsg.): Universitätskirche St. Pauli. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Buch, das gerade im Hybriden von Aula und Kirche St. Pauli Faszination und Chancen entdeckt

Für FreikäuferAm 1. Dezember ist es endlich so weit. Mit einem Festakt und einem Festkonzert wird das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli – am 1. Dezember eröffnet. Gefeiert wird bis zum Universitätsgeburtstag, dem Dies Academicus am Montag, 4. Dezember. Und pünktlich zu diesem Finale liegt jetzt auch dieses opulente Buch vor. Das auch ein streitbares ist. Denn um kein Leipziger Gebäude wurde in den vergangenen 15 Jahren so heftig gestritten wie um St. Pauli.

Kai-Heinrich Long: Luz Long - eine Sportlerkarriere im Dritten Reich. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Buch voller Bilder und Dokumente über den Leipziger Weitspringer Luz Long

Für FreikäuferIn Leipzig war er nie ganz vergessen: Dr. Carl Ludwig Hermann Long, besser bekannt als Luz Long, der Mann, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nicht nur die Silbermedaille im Weitsprung gewann, sondern dessen Foto Seite an Seite mit dem Sieger Jesse Owens um die Welt ging und bis heute als Ikone für die völkerverbindende Rolle des Sports steht. Und Luz Long, so stellt Kai-Heinrich Long fest, stand in seiner ganzen Sportlerkarriere für diese Haltung.

Jürgen Weiß. Überzeugungstäter. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Jürgen Weiß erzählt nicht nur von der Gründung der EAGLE, sondern auch vom Verlegeranspruch, Qualität zu liefern

Der Titel suggeriert natürlich Ganoven, die einfach nicht aufhören können, anderen Menschen Übles zu tun. Oder Machtmenschen, die vor und nach 1990 einfach weiter krumme Touren drehten. Aber eigentlich ist die Titelwahl von Jürgen Weiß positiv gemeint: Als Würdigung für eine Verlegerwelt, die gerade zu verschwinden droht, für Männer, die noch Wert legten auf gut gemachte wissenschaftliche Bücher.

Frank Bröker: Unsere Welt ist eine Scheibe. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Frank Bröker lädt seine Leser ein zur Eishockey-Reise um die ganze Welt

Eishockey ist seine Welt. Immer neue Bücher legt Frank Bröker vor, Leipziger, Eishockey-Fan und Gitarrist bei den „Russian Doctors“. Bücher, die den Eingeweihten und dem Nichteingeweihten den ganzen Kosmos Eishockey erklären. Und weil er Regelwerk und Geschichte schon durchgearbeitet hat, ging er diesmal auf Exkursion. Denn Eishockey wird an den seltsamsten Orten gespielt.

Ivana Sajko: Liebesroman. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ivana Sajkos Liebesroman, der wirklich von Liebe erzählt am Rande des Abgrunds

Für FreikäuferEs ist ein hartes Buch. Eines, das den Leser im behaglichen Deutschland daran erinnert, wie nah uns die tatsächlichen Ängste dieser Welt tatsächlich sind und warum der Osten und Südosten Europas für einige Mitmenschen so ein Angstraum ist. Denn die Armut der dort Lebenden ist die Armut, vor der sich die hierzulande Verängstigten fürchten. Weil sie tief ins Leben eingreift und alles zerstören kann. Den ganzen schönen Schein.

Poesiealbum neu: Steinbrech. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein ganzes Poesiealbum für Liebhaber von Wald, Wiese und Sauerampfer

Für FreikäuferDeutsche Dichter lieben Pflanzen: Wälder, die da schweigend stehen, Blümchen, die da grüßen, Lindenbäume vor dem Tore. Daran hat sich nichts geändert. Trotz industrialisierter Landwirtschaft, Klimawandel und immer längeren Roten Listen. Vielleicht sogar gerade deshalb. Denn Dichter haben zumindest ein Gespür dafür, was da alles verloren geht.

Helena Putsch: Tortenfieber. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Helena Putsch die Welt der Tortenbäckerei entdecken

Für FreikäuferManchmal muss es auch etwas Prächtiges sein auf dem Tisch. Keine Frage. Gerade bei richtig wichtigen Festen wie Geburtstagen, Hochzeiten, Jubiläen oder Versöhnungssonntagen nach einem richtig heftigen Krach unter Liebenden. Was tun? Mann bäckt. Oder Frau. Auch wenn es mit Helena Putsch jetzt wieder eine junge Frau ist, die vom Tortenfieber erzählt. Sie hat sich wirklich in diese Backwerke verliebt.

Horst Riedel: Plagwitz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Jetzt hat auch Plagwitz ein eigenes Stadtteillexikon

Das könnte ein gewaltiges Projekt werden: Für jeden Leipziger Ortsteil ein eigenes Lexikon. Drei Stadtteillexika hat Pro Leipzig schon vorgelegt. Stötteritz war vor drei Jahren der erste Kandidat. Großzschocher und Südvorstadt folgten. In der Südvorstadt war einer unterwegs, der sich vor dicken Lexika schon gar nicht scheut: Horst Riedel. Der hat sich jetzt auch die harte Nuss Plagwitz vorgenommen.

Sabine Ebert: Schwert und Krone. Der junge Falke. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein fatal gescheiterter Kreuzzug, das Schicksal selbstbewusster Frauen und der Aufstieg des jungen Falken

Für FreikäuferMit den „Hebamme“-Büchern wurde Sabine Ebert berühmt. Mit den Büchern zur Völkerschlacht hat sie die Herzen der Leipziger erobert und auch gleich noch ihren Lebensmittelpunkt nach Leipzig verlegt. Und dann hat sie sich gleich in ein neues, großes Geschichtspanorama gestürzt, das auf Jahre ihre Leser in Bann schlagen wird: „Schwert und Krone“, das Zeitalter Barbarossas. Den kennen die meisten sogar irgendwie.

Carola Ruff: Die besten vegetarischen Rezepte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Buch, das neugierig macht aufs vegetarische Essvergnügen

Für FreikäuferMehrfach schon hat sich Carola Ruff mit gesundem Essen beschäftigt. Gern auch ohne Fleisch, denn meistens kann man sich ohne geschlachtetes Tier in verarbeiteter Form vollkommen ausreichend ernähren. Nur: Die meisten sind mit Fleisch und Wurst aufgewachsen. Wie lernt man, seinen Speiseplan mit viel mehr vegetarischer Kost anzureichern? Der einzige Weg ist: Man lernt, wie’s einfach geht.

Jörg Drews & Co.: Das neue endgültige Zynische Wörterbuch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das Zynische Wörterbuch gibt’s jetzt in einer neuen endgültigen Ausgabe

Manchmal vergisst man es ja beinah: Aber die Weltliteratur ist tatsächlich voller Pessimisten und Zyniker, voller scharfzüngiger Herren und Damen, die irgendwann keine Lust mehr hatten, sich einzureden, die Menschheit sei überlebensfähig oder gar eine vernunftbegabte Spezies. Aber je älter man wird, umso öfter erwischt man sich dabei, dass man ihnen zuzustimmen geneigt ist: Menschliche Dummheit ist leider endemisch.

Helmut Hentschel, Thomas Nabert: Rötha. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Eine Postkarten-Zeitreise ins vergessene Kirschblütenland im Leipziger Süden

Für FreikäuferNicht nur Thomas Nabert wundert sich im Vorwort darüber, wie radikal die Landschaft im Leipziger Südraum aus dem Bewusstsein der Leipziger verschwunden ist. Als hätte der Kohlebergbau es in 80 Jahren tatsächlich geschafft, dort unten die Welt einfach abzuschneiden. Und alle touristische Vermarktung holt es nicht zurück. An den Tagebauseen endet die Welt. Rötha zum Beispiel liegt dahinter.

Heike Becker: Makramee - dekorativ und schön. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die stille Rebellion heißt heute wieder Makramee

Für FreikäuferDas Wörtchen Entschleunigung fällt auch. Gleich im Vorwort zu Heike Beckers neuem Buch. Bislang hat sie die Handarbeitsbegeisterten im Buchverlag für die Frau mit ihren drei Büchern zur Margaretenspitze erfreut. Das war eine Wiederentdeckung. Aber auch das Makramee ist eine Wiederentdeckung, auch wenn das letzte große Feuerwerk erst 40 Jahre zurückliegt.

Ethel Scheffler, Sylke Tannhäuser: Gerichte unserer Kindheit. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Was Gerichte unserer Kindheit alles über Heimat, Zuhause und Familie erzählen

Für FreikäuferWir kochen wieder. Und das ist gut so. Anders lässt sich der Boom der Kochbücher, die die Küchen unserer Heimat, unserer Kindheit und unserer Großeltern wieder zum Leben erwecken, nicht erklären. Jetzt hat man alles mal durchprobiert, was die Fertiggerichteregale hergeben, hat sich durch Fastfood und Slimfood geschaufelt. Und doch wurde man das Gefühl nicht los, dass das alles nichts Reelles ist.

Regina Röhner: Die besten Rezepte aus dem Harz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Regina Röhner auf Tour durch den veilchenblauen Harz

In Mecklenburg waren wir schon, in Berlin und in Thüringen. In diesem Buch nun nimmt Regina Röhner die LeserInnen mit in den Harz. In die Küche, in der sie aufgewachsen ist. Und in die Landschaft, in der sie immer wieder Kraft tankt. Das kann man da nämlich noch. Zumindest wenn man beim Wandern sein nerviges Taschentelefon ausschaltet.

Stephan Russ-Mohl: Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Warum die Aushöhlung der Medien unsere Demokratie nicht nur gefährdet, sondern zerfrisst

Für FreikäuferSpätestens seit Donald Trumps kometenhaftem Aufstieg zum US-Präsidenten ist das Thema Fakenews in aller Munde. Rechte Foren pöbeln gegen die Medien. Die sozialen Netzwerke werden mit Lügengeschichten geflutet. Die Emotionen kochen hoch. Was ist da los? Warum geraten klassische Medien gerade jetzt so unter Druck? Mit Stephan Russ-Mohl hat ein gestandener Journalistikprofessor sich des Themas jetzt angenommen.

Uwe Glinka, Kurt Meier: Das Familien-Sparkochbuch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das Familien-Sparkochbuch in aktueller Auflage – so abwechslungsreich und anregend wie zuvor

Noch einmal kurz umschalten, runterdimmen. Man wird ja langsam närrisch in diesem Land. Es wird über die falschen Probleme debattiert, falsche Schuldige werden gefunden, ohne dass einer sucht. Und die, die es vergeigt haben, stehlen sich (gut versorgt) aus der Verantwortung. Das ist peinlich. Auslöffeln müssen es andere. Nämlich die, die im besten Fall 16,30 Euro am Tag zur Verfügung haben, um eine vierköpfige Familie zu ernähren.

Andreas Beerlage: Wolfsfährten. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

In „Wolfsfährten“ ist Andreas Beerlage nicht nur den Wölfen auf der Spur, sondern auch den Ängsten und Unwissenheiten der Menschen

Fast wäre ich geneigt zu schreiben: Der Wolf ist gar nicht das Wichtigste an diesem Buch. Aber natürlich ist er es trotzdem. Auch als Beispiel. Denn was der Journalist Andreas Beerlage in diesem Buch macht, ist das, was Journalismus leisten kann, wenn er sich wirklich einmal skeptisch, kritisch und neugierig mit einem Thema beschäftigt. Gerade wenn es in der medialen Diskussion heftige Wellen schlägt und scheinbar nur zwei Fronten existieren.

Ute Scheffler: Knoblauch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein kleines Erweckerbüchlein für Knoblauchesser

Über Knoblauch ist eigentlich fast alles gesagt. Die Knolle ist gesund und wenn man jeden Tag zwei rohe Zehen verzehrt, wird man 110 Jahre alt. Da hat man dann zwar nicht mehr viele Freunde, es sei denn, die futtern auch alle jeden Tag ihre Knoblauchzehen. Aber man ist noch da und kann die jungen Tattergreise ärgern, indem man Kamellen aus seiner Jugend erzählt. Damals, weißte noch, als ich mit Bismarck ...?

Beka Adamaschwili: Bestseller. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Pierre Sonnage in der Literatenhölle

Für FreikäuferDie Reihe „sonar“ aus dem Verlag Voland & Quist ist genau das, was der Name verspricht: Ein Ortungsgerät im den riesigen Weiten der osteuropäischen Literaturen. Auch wenn man erst mal auf die Karte schauen muss: Georgien liegt ganz weit im Südosten, im südöstlichen Zipfel Europas. Aber wer diese phantasievolle Geschichte von Beka Adamaschwili liest, der merkt: Diese Literaturwelten sind einem erstaunlich vertraut.

Maria Kirbach: Kleine Stollenbäckerei. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein kleines Büchlein mit allem Wichtigen zu Stollen und Striezel

Für FreikäuferSchon durchgedreht? Schon in Panik? Im Weihnachtsvorstress? Süßigkeiten bunkern? Kaufhäuser plündern? Kaufrausch? Selber schuld. Da sind Sie auf den falschen Weihnachtsmann reingefallen – den Komsumtrottel aus Amerika. Wem sein Leben und seine Lieben lieb sind, der kann sich so ein kleines Büchlein holen. Denn eigentlich geht es ums Schenken. Von Herzen. Und mit Liebe.

Fabian Vogt: Wenn Engel lachen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie Elisabeth Lanz die emotionale Wucht der trauernden Katharina Luther erlebbar macht

Für FreikäuferEs ist die Stimme. Diese Frau hat Stimme: Elisabeth Lanz. Etlichen Leipzigern als Dr. Mertens aus der gleichnamigen ARD-Zoo-Serie bekannt. Oder eben auch nicht. Dort ist die Schauspielerin aus Österreich so falsch platziert wie ein Pinguin in der Wüste. Oder ein Löwe auf Grönland. Sie gehört nicht in solche weichgespülten Vorabendserien für herzige Gemüter. Sie gehört eigentlich in starke Historienfilme. An die sich in Deutschland keiner traut.

Katrin Baumann, Steffi Schmat: Klöppeln mit Kindern. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Klöppel-Lern-Buch für Kinder und größere Leute

Für FreikäuferDinge gibt’s. Man staunt immer wieder. Aber irgendwie werden derzeit all die einst beliebten Handarbeiten wiederentdeckt, die einem so schrecklich retro vorkommen. So omamäßig. Obwohl. Eigentlich ist das schon uromamäßig, stammt aus einer Zeit, als Frauen noch all die Dinge herstellen konnten, die eine Familie zum Anziehen und Schönmachen brauchte. Und einige dieser Begabten hatten auch noch die Mega-Geduld fürs Klöppeln.

Ethel Scheffler, Sylke Tannhäuser: Dunke Geschichten aus Leipzig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Ethel Scheffler und Sylke Tannhäuser auf der etwas dunkleren Seite von Leipzig

Für FreikäuferLeipzig ist eine Stadt im Übergang. Wie jede andere Stadt. Aber spürbarer ist das, als das etwa in Düsseldorf oder Braunschweig der Fall wäre. Denn der Bruch von 1989/1990 steckt noch in den Köpfen. Er ist die große Zäsur, die alles, was vor der „Wende“ passierte, zu Geschichte macht. Und alles danach fast unsichtbar. Das geht selbst den beiden Krimi-Autorinnen Ethel Scheffler und Sylke Tannhäuser so.

Andrej E. Skubic: Spiele ohne Grenzen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die schäbige Wahrheit über Europas Flüchtlingsvergrämung am Mittelmeer

Eigentlich ist es ein unaushaltbares Buch, das Andrej E. Skubic da 2015 in Ljubljana veröffentlicht hat, mitten in dem, was in Europas Medien als „Flüchtlingskrise“ inszeniert wurde. Sein Heimatland Slowenien war bis dahin Teil der sogenannten Balkanroute, war aber auch eins der ersten Länder, die einen Grenzzaun errichteten. Mitten in dem Moment, in dem echte humanitäre Hilfe gefragt war, gingen in Europa die Schotten hoch. Und das Mittelmeer wurde zur Todesfalle.

Armin Kühne: Leipzig aus halber Höhe. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Armin Kühne auf Türmen, Bergen und Hochhäusern über den Dächern der quirligen Stadt Leipzig

Für FreikäuferDie Bildbände vom sich wandelnden Leipzig, die der Fotograf Armin Kühne und Leipzigs einstiger Baudezernent Niels Gormsen gemeinsam produziert haben, sind heute schon Klassiker. Wenn es allein nach Armin Kühne gegangen wäre, gäbe es längst ein ganzes Regal voller Vorher-Nachher-Bücher. Es ist tatsächlich so: Niemand hat den Wandel der Stadt seit den 1970er Jahren in Leipzig so vielfältig im Foto eingefangen.

Grit Nitzsche: Heilsame Frauen-Kräuter. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein kleines Kräuterbuch ganz und gar für Frauengeschichten

Für FreikäuferZuerst wundert man sich: Ein großes Kräuterbuch hat „Kräuterhexe“ Grit Nitzsche ja schon geschrieben. Auch das eine oder andere zu spezielleren Pflanzenthemen. Und nun extra eins für Frauen? Gibt es unter Kräutern denn keine Gleichberechtigung? Sind Kräuter denn nicht für alle da? Natürlich sind sie das. Aber hier geht’s jetzt um Frauen-Themen.

Norbert Vogel: Leipziger Landschaften. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Norbert Vogels „Leipziger Landschaften“ aus der Endzeit von Kohle, Ruß und Stadtverfall

Die Fotobände aus dem Lehmstedt Verlag zeigen die DDR so, wie sie seinerzeit in offiziellen Organen nicht gezeigt werden durfte, wie sie die Bewohner dieses Landstrichs aber tagtäglich erlebten – mit allen Freuden, Kargheiten und – nicht zu vergessen: Grautönen. Das Grau kam nicht nur vom Verfall der Häuser. Leipziger wissen das. Deswegen war das Buch „Leipziger Landschaften“ von 1986 eine kleine Sensation.

Nikita Afanasjew: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Geplatzte Träume in Berlin – „Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt“

Es ist ein widerspenstiges Buch. Nicht das erste seiner Art aus dem Verlag Voland & Quist. Was an den Leuten liegt, die bei diesem Verlag andocken – nicht nur Akteure der Spoken-Word-Szene, die große Touren durch Clubs und Tavernen auf sich nehmen, um sich ihren Unterhalt zu verdienen. Auch junge Leute, die wissen, was für ein hartes Brot es ist, sich mit Kreativität in Deutschland einen Platz an der Sonne zu erarbeiten. Afanasjew gehört dazu.

Harald Saul: Ostpreußen kulinarisch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Harald Saul in der Küche Ostpreußens

Vor einiger Zeit hat sich ja der Küchenmeister Harald Saul auf die Suche gemacht und Rezepte aus den Küchen jener Regionen gesammelt, die bis 1945 zum deutschen Reich gehörten. Nicht gerade in den heutigen Regionen – das wären andere und mit Sicherheit auch höchst spannende Kochbücher geworden. Ihm ging es eher um ein Stück vom Vergessen bedrohter Küchenkultur, die noch in Familienüberlieferungen überdauert hat.

Stefanie Markert (Hrsg.): Vom Himmel hoch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Luther-Weihnachtskalender mit Kurrende, Festbier und trüben Tagen auf der Wartburg

Für FreikäuferEs bietet sich an, zum Reformationsjubiläum auch mal einen Adventskalender vorzulegen, der sich ganz und gar Martin Luther und seinem Verhältnis zum Weihnachtsfest widmet. Wann, wenn nicht jetzt? Noch einmal richtig selige Lutherzeit. Und ein kleines bisschen historisches Wissen. Denn Vieles von dem, was wir heute mit Weihnachten verbinden, kam erst mit Luther auf, etliches aber auch erst viel, viel später.

Brigitte Ettmann: Handarbeitsspaß mit Kindern. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Handarbeitsspaß mit Kindern – überarbeitet und erweitert

Dass wir heute ein gewaltiges Problem mit Bildung haben, hat Richard David Precht ja nun oft genug erzählt – anschaulich, greifbar, simpel. Systematisch wird in unserer Bildungspolitik Bildung mit Wissen verwechselt. Ergebnis: Bildung findet kaum noch statt. Menschen lernen nicht mehr zu denken. Und das geht früh los. Deswegen wurde ja mittlerweile auch der Kindergarten als Bildungsstätte entdeckt. Kinder lernen von ganz allein. Brigitte Ettmann weiß das schon lange.

Claus Leggewie: Europa zuerst! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Claus Leggewies Plädoyer für ein wirklich zukunftsfähig gemachtes Europa

Für FreikäuferTapfer steht „Eine Unabhängigkeitserklärung“ im Untertitel des Buches, aber das ist es denn doch noch nicht ganz. Auch wenn sich mit dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie hier mal einer gründlich mit dem Thema Europa beschäftigt, der sich von den ganzen platten Parolen zum Brüsseler Moloch nicht anstecken lässt. Denn Europa ist nicht wegen Brüssel wichtig, sondern wegen uns, wegen der Europäer. Es ist unser Projekt. Das vergessen wir gern.

Hans Walser: EAGLE-Starthilfe Kartografie. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Hans Walsers anregende Einführung in die mathematischen Grundlagen der Kartografie

Für FreikäuferHans Walser ist Mathematiker und ein Liebhaber der Geometrie, war jahrelang Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter an der ETH Zürich. Er hat schon einen ganzen Stapel von Büchern zur Geometrie veröffentlicht. Auch für Leute, die sonst beruflich eher nichts mehr mit all den hübschen Freuden mit Flächen und Räumen zu tun haben. Dass auch Landkarten geballte Mathematik sind, erfährt man nun in diesem Bändchen.

Fabian Vogt: Bonhoeffers große Liebe. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Maria von Wedemeyer und ihre unerfüllte Liebe zu Dietrich Bonhoeffer

Die großen protestantischen Liebesgeschichten sind sein Thema. Über Luther und seine Katherina hat Fabian Vogt schon geschrieben. Eigentlich hat er sogar mit einem Theaterstück angefangen. Und so war es auch bei der großen Liebe Dietrich Bonhoeffers zu Maria von Wedemeyer, die gerade deshalb so berührt, weil sie unerfüllt blieb.

Hagen Kunze: Große Thüringer. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Es gibt tatsächlich mehr als nur den berühmten Geheimrat Goethe in Weimar

Für FreikäuferImmer fehlt was. Es ist zum Mäusemelken. Aber das ging ja Hagen Kunze auch schon bei seinem Bändchen zu den großen Sachsen so: Es passen nur 20 in so ein kleines Mini-Buch. Und das ist natürlich viel zu wenig, um den Reichtum eines ganzen Bundeslandes an beeindruckenden Persönlichkeiten sichtbar zu machen. Was aber auch ein Problem ist. Denn leider neigt auch Landespolitik zur unreflektierten Heiligenverehrung.

Friederike Köpf: Baby Oma. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Baby Oma oder Wie Lumi ihre Oma kennenlernt und die Frage nach dem Sinn unseres Lebens

Für FreikäuferBislang ist die Leipziger Dramaturgin und Philosophin Friederike Köpf vor allem mit Arbeiten fürs Theater aufgefallen. Aber sie kann auch Geschichten erzählen. Und sie kann sich noch hineinversetzen in das Denken und Fühlen einer Neunjährigen mit dem hübschen finnischen Namen Lumi, der Lumi natürlich zur Verzweiflung bringt. Dabei ist Lumi so präsent, dass man ...

Michael Stauffer: Jeden Tag das Universum begrüssen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Michael Stauffer das Universum betrachten und unser seltsames Sosein hier unten auf Erden

Für FreikäuferGanz ursprünglich war das mal so eine Art Tagebuch. Nicht so eins, wie es Leute schreiben, die darin ihre Verabredungen notieren, das aktuelle Wehwehchen und dergleichen Vergängliches. Sondern so eins, in dem der Autor seine Einfälle notierte. Hinten im Anhang findet man diese Ursprungsfassungen als Faksimile. Und weiß dann zumindest eins: Mindestens drei Jahre hat dieser Stauffer an diesem Buch gearbeitet und fleißig gesammelt.

Fritz König: Alma mater Lipsiensis im Umbruch (1989 bis 1994). Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie die Uni Leipzig 1990 umgekrempelt wurde, wie ein Anglist den Herbst 1989 erlebte und warum das schon wieder was mit heute zu tun hat

Für FreikäuferDieses Buch ist eine kleine Erinnerung, oder eigentlich zwei, und ein Appell. Fritz König, Mathematiker und Physiker und lange Jahre stellvertretender Kanzler der Universität Leipzig, erinnert sich in diesem Buch an jene Jahre, als aus der gegängelten Karl-Marx-Universität wieder die stolze Alma mater Lipsiensis wurde. Der Anglist Volkmar Munder steuert Erinnerungen an 1989 bei. Und dann gibt es da noch eine Mahnung.

Hans-Joachim Schulze: Bach-Facetten. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

60 kleine und etwas größere Texte über 50 Jahre Bachforschung und die Facetten eines modernen Bach-Bildes

Für Freikäufer Dass wir überhaupt so viel über Johann Sebastian Bach wissen und manchmal das Gefühl haben, wir würden ihn uns richtig lebendig vorstellen können, wie er da Thomaner und Stadtmusikanten dirigiert, verdanken wir fast ausschließlich der emsigen Bach-Forschung. Denn Bach selbst hat so gut wie kein Zeugnis über sein persönliches Leben hinterlassen.

Kirsten Fuchs, Cindy Schmid: Der Miesepups hat was im Gesicht. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Was passiert eigentlich, wenn das Kucks nicht da ist, wenn man es vermisst?

Mit Kindern kann man was erleben. Und was man mit ihnen erleben kann, das spiegelt sich in der phantasiereichen Geschichte vom Miesepups, den Kirsten Fuchs 2016 erstmals aus seiner Höhle lockte. Denn Miesepups ist jeder mal, hat keine Lust zu nichts, will am liebsten im schönen Moosbett bleiben und schon gar nicht all die verrückten Leute da draußen sehen. Da muss man gar kein ganz kleines Kind mehr sein.

Georg Magirius (Hrsg.): Abschied. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein kleines, lebendiges Buch über die Rolle der Abschiede in unserem Leben

Abschieds-Bücher müssen nicht traurig sein. Sie müssen auch nicht immer dieselben rührseligen Geschichten enthalten. Und sie müssen auch nicht immer vom Tod und vom Sterben erzählen. Denn ein Menschenleben ist voller Abschiede. Und auf die meisten sind wir nicht vorbereitet. Auch jene Leute nicht, die immerfort anderen Menschen Abschiede zumuten wollen.

Claus Kleber: Rettet die Wahrheit. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Plädoyer für die alte, klassische Mühsal des journalistischen Arbeitens

Für Freikäufer Natürlich muss die Wahrheit nicht gerettet werden. Der Titel führt ein wenig in die Irre, weil er im Grunde eine Grundthese jener rechtsradikalen Bewegung aufnimmt, die mit dem Frontalangriff auf „die Medien“ natürlich einen Frontalangriff auf die Demokratie gestartet haben. Denn „die Medien“ mögen zwar nicht (mehr) die sogenannte „vierte Macht“ sein. Aber in einer funktionierenden Demokratie stören sie. Dazu sind sie da.

Moni Port, Philipp Waechter: Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die fast vergessene Welt der Schnellsprecher und Zungenbrecher wiederentdecken

Für FreikäuferDa ist ein Kulturgut verloren gegangen. Dunnerlüttchen! Was haben wir da nur angerichtet! Waren wir vergesslich! Haben nicht aufgepasst. Falls da mal einer fragt, was das sein soll, „deutsch“, dann kann man ihm ins Gesicht sagen: Vergesslich wie ein Scheunentor und unachtsam wie eine besoffene Kuh. Denn das zeigt dieses eigentlich ambitionierte Büchlein: Die Zungenbrecher sterben aus.

Henning Gans: Halikarnassos in Sachsen? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Schloss und Rittergut Sahlis, die Lösers und das verschüttete Grabmal auf dem Totenberg

Für FreikäuferMöglicherweise ärgert sich Henning Gans in ein paar Jahren darüber, dass er so viel Politik in sein Buch hineingepackt hat. Politik ist schnelllebig, verstellt den Blick und erweist sich – in historischer Distanz – meist als Seitengeplänkel. Auch wenn das Objekt, über das der Leipziger Historiker schreibt, das Schloss und Rittergut Sahlis ist. Und auch wenn Halikarnassos auf dem Umschlag steht.

Cecilia Torudd: Heute holt mich Oma ab. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Heute holt mich Oma ab“ – Was passieren kann, wenn Oma mit Oskar in der Stadtbahn fährt

Für FreikäuferEin Enkelkinderbuch nennt es der Klett Kinderbuch Verlag. Und man guckt und wundert sich und fragt sich: Ja, warum kam noch kein anderer auf die Idee? Ist natürlich nicht so. Auch andere Kinderbücher haben sich schon liebevoll mit dem so wichtigen Thema Oma beschäftigt. Denn ohne Oma würde heute in der Logistik junger Familien manches nicht funktionieren. Da ist es gut, wenn man Oma anrufen und bitten kann, mal einzuspringen.

Jan Skudlarek: Der Aufstieg des Mittelfingers. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Der Aufstieg des Mittelfingers“ – Was der gesellschaftliche Stinkefinger mit Kontrollverlust und falscher Erziehung zu tun hat

Eigentlich kann man über das Thema ganze Buchserien schreiben. Und zumindest Titel und Untertitel versprechen eigentlich zwei Bücher, die gar nicht drinstecken. Dafür steckt das dritte drin und wird vielen Betroffenen helfen. Es könnte heißen: „Wie gehe ich mit dem verbalen Brutalismus von heute um?“ Der „verbale Brutalismus“ stammt wirklich von Jan Skudlarek. Er macht sich berechtigte Sorgen.

Salah Naoura, Thilo Krapp: Du doofes Ding, du! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Geschichte mit dem doofen Dings und dem Auf-den-Mond-Schießen

In diesem Buch geht es um ein doofes Ding. Gar nicht mal das Ding an sich. Oma hat sich ja was gedacht dabei, als sie ihrem Lieblingsenkel eben nicht den „Karate-Mann“ oder ein anderes Spielzeug aus der Welt der gewalttätigen Filmcharaktere schenkte, sondern eher so ein Plüschding mit langen Schlumperarmen und Schlumperbeinen. Eines zum Knuddeln. Als würde sie ihren Enkel gar nicht kennen.

Saskia Hula, Eva Muszynski: Bikos letzter Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie Biko mit seiner Familie den letzten Tag erlebt

Für FreikäuferMit Tieren lernen wir lebendig zu sein, Emotionen zu zeigen, Rücksicht zu nehmen, uns zu kümmern – und auch zu verstehen, was Leben und Tod ist. Eltern, die den drängenden Wünschen ihre Kinder nachgeben, doch endlich ein Tier anzuschaffen, wissen, was das für Freude bedeuten kann. Und was für Trauer, wenn das geliebte Tier alt wird und eines Tages von uns gehen muss.

Oscar Wilde, Sandra Beer: Die schönste Blume des Gartens. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Die schönste Blume des Gartens“: Wer sagt dem Riesen, warum in seinem Garten nur noch Winter ist?

Ganz harmlos kommt es daher: ein Oscar-Wilde-Märchen im Programm von Chrismon, einfach so im Jahr 2017, in dem ringsum wieder allerlei Leute den Ton angeben, die man eher im puritanischen und selbstgerechten England des Jahres 1888 vermutet hätte, als ein lebenslustiger und homosexueller Dichter wie Oscar Wilde die ganze Gesellschaft mit seiner offensiven Art zu leben herausforderte.

Ralf Zerback: Frankfurt in One Day. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Frankfurt an einem Tag auf Englisch und mit Leipziger Gedanken

Für FreikäuferEs gibt eine Menge Gründe, nach Frankfurt am Main zu fahren. Allein schon wegen der St. Paul’s Church oder wegen Goethe’s House. Demnächst auch wieder wegen der schönen Tower, die von der mächtigsten Banken-Stadt Europas erzählen, da ja nun die Engländer unbedingt raus wollen aus der EU. Die Londoner Banken sitzen schon auf gepackten Koffern. Und bekommen jetzt den Frankfurt-Stadtführer gleich noch auf Englisch.

Katharina von der Gathen, Anke Kuhl: Das Liebesleben der Tiere. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein richtiges Kinder-Bildungs-Buch über das bunte, wimmelnde Liebesleben der Tiere

Um wenig wird in unserer Gesellschaft so viel Bohei gemacht wie um das Thema Sex. Allüberall wird es ausgewalzt, klebt es an Plakatwänden, macht Fernsehen zur Anmache. Die ganze Gesellschaft scheint in Sex zu wabern. Aber in Wirklichkeit wissen die meisten gar nichts über Sex. Denn wirklich aufgeklärt wurden sie nie. Das müsste sich ändern, fand die Sexualpädagogin Katharina von Gathen.

Lena Gorelik, Andreas Tobias, Sabine Böhlau: Syartas Reise. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Syartas Reise“ erzählt von der zutiefst menschlichen Rolle des Kirchenasyls

Für FreikäuferSyarta gibt es wirklich. Im Kosovo geboren, kam sie als kleines Mädchen vor über 20 Jahren mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Deutschland. In einer Zeit, in der die Konflikte im Kosovo auch in der deutschen Politik heruntergespielt wurden. Die Chancen auf Asyl waren denkbar gering, die Abschiebung in ein von Hass zerrissenes Land drohte. Und so beginnt auch dieses Buch mit dem kurzen Blick in ein Land, in dem der Hass um sich griff „wie eine ansteckende Krankheit“.

Christina Meinhardt: Güstrow an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Stadt, wo die Schweden ihre Rolle als Supermacht verloren

Für Freikäufer Es gibt Orte in Deutschland, die sind einfach da. Und erst wenn einem wieder so ein handlicher Stadtführer vor Augen kommt, sagt man sich: Na hoppla, da war ich aber auch noch nicht, das wird jetzt aber mal Zeit. Immerhin ist es Barlachstadt. Ein Schloss hat es auch. Und Uwe Johnson war auch da. Je kleiner die Städtchen, umso mehr Berühmtheiten, könnte man sagen.

Steffi Böttger: Bremen an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wo die Stadtmusikanten nie ankamen, der Märchendichter unglücklich war und Millionen Deutsche beim Abschied weinten

Für FreikäuferFangen wir heute mal mit etwas Schönem an. Einem der beliebtesten Märchen aus Grimms Hausmärchensammlung: den Bremer Stadtmusikanten. Die ja bekanntlich nie nach Bremen kamen, aber seit fast 200 Jahren trotzdem Werbung für die „unmusikalischste Stadt Deutschlands“ machen. Das soll zumindest der berühmte Stargeiger Niccolò Paganini so geschrieben haben, schreibt Steffi Böttger, die auch diese Hanse-Stadt besucht hat.

Heinz Peter Brogiato: Leipziger Spaziergänge. Alt-Gohlis. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Heinz Peter Brogiato hat auch für Gohlis einen Stadtteil-Spaziergang geschrieben

Mit Plagwitz hat Heinz Peter Brogiato schon mal angefangen zu zeigen, dass es – genauso wie in Berlin – auch in Leipzig große, berühmte Stadtquartiere gibt, für die es sich lohnt, einen Extra-Tag und einen Extra-Spaziergang einzulegen, um sie zu erkunden. Sie stecken voller Geschichte und laden auch die Einheimischen ein, sich einmal aufzumachen, das Bekannte und das eher Unbekannte wiederzuentdecken. Und Gohlis drängt sich ja geradezu auf.

Grit Kurth: Taubenblicke. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit „Taubenblicke“ erzählt Grit Kurth vom Lieben, Verlieren und Betroffensein

In ihrem Novellenbuch „Seelenbruder“, der 2014 im Einbuch Verlag erschien, hatte Grit Kurth auch schon ein paar Gedichte beigegeben. Sie schienen nicht ganz dazu zu passen, gaben aber schon einen Hinweis darauf, dass da noch mehr sein könnte. Der Wunsch zum Beispiel, sich mit Gedichten ganz persönlich zur Lage der Welt zu äußern. Und sich selbst zu verorten „in diesen prosaischen Zeiten“.

Jens Schröter: Jesus von Nazareth. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wer war dieser Jesus aus Nazareth in Galiläa wirklich?

Für Freikäufer31 Titel umfasst die Reihe „Biblische Gestalten“ aus der Evangelischen Verlagsanstalt mittlerweile. Jeder Titel ist der Versuch, der historischen Kontur der Gestalt möglichst nahezukommen. Was ist Mythos? Was könnte wirklich passiert sein? Und das ist bei keiner anderen Person noch immer so aktuell wie bei Jesus, dem Prediger aus Galiläa, der mit Nachnamen nicht Christus hieß. Auch wenn das viele glauben.

Kalender „Leipzig 2018“, Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Kalender aus dem Sax Verlag für 2018 zeigt, wie lichtdurchflutet Leipzig in seinen stilleren Momenten ist

Für Freikäufer Heimlich pirscht es sich heran – das Jahr 2018. Die Mahnung taucht als Kalender auf: Ritschratsch, in vier Monaten geht das alte Jahr zu Ende. Und nun? Nun hält man Ausschau nach den Bildern, die einen im nächsten Jahr begleiten können, monatsweise an der Wand über dem Schreibtisch. In diesem Fall: Leipzig, so, wie es sich von seiner Postkartenseite zeigt.

Elke Strauchenbruch: Luthers Kinder. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit den Kindern lernt man das Leben und Treiben im Hause Luther erst richtig kennen

Für FreikäuferErstmals erschienen ist dieses Buch der Wittenberger Historikerin Elke Strauchenbruch 2010. Dass es im Jubiläumsjahr des Thesenanschlags noch einmal überarbeitet wurde, freut bestimmt alle Lutherfreunde oder Lutherinteressierten. Denn selten war die Neugier auf das eigentliche Leben des Wittenberger Theologieprofessors größer. Aber in „Luthers Kinder“ geht es nicht nur um Luthers Kinder.

Amanda Koch: Ildathach. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ildathach oder Die Suche nach dem, was das Leben tatsächlich ausmacht

Es ist wieder ein dickes Buch geworden, nachdem schon die drei Bände der „Wächter von Avalon“ den Freunden von (weiblicher) Fantasy eine Menge Lesestoff gegeben haben. Weiblich deshalb, weil es vor allem Autorinnen sind, die die Möglichkeit der Fantasy nutzen, um die Ratlosigkeit der Bewohner einer zunehmend technisierten Welt zu thematisieren und nach dem zu fragen, was dabei verloren geht. Und das ist nicht nur die „weibliche“ Seite.

Peter Gosse: Stabilierte Saitenlage. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Stabilierte Saitenlage: Peter Gosses ganz und gar nicht sentimentale Gedichte von der Liebe

Für FreikäuferDass der Leipziger Lyriker Peter Gosse seinen Lesern gern Nüsse zum Knacken aufgibt, das zeigt schon der Titel, den er seinem Band mit Liebesgedichten gegeben hat: „Stabilierte Saitenlage“. Ein kleiner Seitenhieb auf den „bewunderten Mit-Leipziger“ Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen 300. Todestag 2016 gefeiert wurde, und dessen „prästabilisierte Harmonie“.

Ilona Traub, Peter Traub: Magische Orte in Mitteldeutschland II. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Ilona und Peter Traub das Magische in Sachsen entdecken

Für FreikäuferIn Sachsen-Anhalt waren Ilona und Peter Traub schon unterwegs, um magische Orte zu finden. Was dort eigentlich nicht schwer ist. Eher findet man mehr magische Orte, als in ein Buch passen. Deswegen war da schon klar: Dem Buch muss eine Fortsetzung folgen. Die ist nun da – aber als Ausflug in sächsische Gefilde. In ein Bundesland also, das gar nicht so magisch ist wie das hexenreiche Nachbarland.

Christiane Dalichow: Ich, Katharina Luther. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Christiane Dalichow erzählt die Lebensgeschichte der Katharina Luther

Wenn Autorinnen und Autoren in die Rollen berühmter historischer Persönlichkeiten schlüpfen, dann ist das immer auch ein Versuch des Unmöglichen. Selbst dann, wenn das Leben der Person so gut erforscht ist wie das der Katharina von Bora, die 1525 den berühmten Martin Luther heiratete. Gleich in der Einleitung stellt es Christiane Dalichow ja bedauernd fest: Ihre Briefe an Martin sind nicht überliefert.

Rainer Eckert: Revolution in Potsdam. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Rainer Eckert beschreibt, wie die Revolution 1989 auch in Potsdam ins Rollen kam

Für Freikäufer Die Potsdamer also auch? Natürlich. Was man aus Leipziger Sicht oft nicht wahrnimmt, ist die Tatsache, dass die Friedliche Revolution 1989 fast überall in der DDR gleichzeitig geschah. Die Auslöser waren ja auch überall dieselben. Nur eigneten sich Städte wie Leipzig natürlich eher dazu, auch zum Sammelpunkt der Revolution zu werden. Aber was passierte in Potsdam? Das hat Rainer Eckert nun doch mal interessiert.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Scroll Up